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| Arbeitszufriedenheit

Ein mögliches Mehr an Leistung ist nicht alles

Wer seine Arbeit gern macht, ist oft auch mit seinem ganzen Dasein zufriedener.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auch wenn inzwischen klar ist, dass Arbeitszufriedenheit keinen allzu starken Einfluss auf die Leistung im Job hat, lohnt es ich für Unternehmen allemal, das Thema wichtig zu nehmen. Denn die Gesundheit der Mitarbeiter sowie die eigene Attraktivität als Arbeitgeber sind betroffen.

Ein wirkungsvoller "Feel Good Manager" macht zwar aus einer Gurkentruppe noch kein Hochleistungsteam, aber wer als Führungskraft dazu beiträgt, dass die eigenen Leute Zufriedenheit am Arbeitsplatz empfinden, hat gute Chancen, dass sie seltener krank werden und dass sich mehr gute Bewerber für freie Positionen melden.

So lautet - salopp gesagt - die Kernaussage von Professor Torsten Biemann von der Universität Mannheim und Professor Heiko Weckmüller von der FOM-Hochschule für Ökonomie und Management am Studienzentrum Bonn in ihrem aktuellen Beitrag für das Wissenschaftsmagazin "Personal Quarterly". Darin analysieren die beiden den aktuellen Forschungsstand rund um den Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und beruflicher Leistung.

Vorbeugung gegen Depressionen und Burnout

Die Autoren führen eine umfangreiche Metaanalyse aus dem Jahr 2001 an, für die mehr als 300 Einzeluntersuchungen zum Thema ausgewertet wurden. Das Resultat: Die Arbeitszufriedenheit korreliert nur schwach bis Mittel mit der Leistung am Arbeitsplatz. Dieser eher ernüchternden Erkenntnis stellen sie dann allerdings entgegen, dass eine hohe Arbeitszufriedenheit sich als relativ wirksame Vorbeugung gegen psychische Erkrankungen und dabei vor allem Depressionen und Burnout erwiesen hat. Zudem schätzen Arbeitnehmer schon das Bemühen des Arbeitgebers um mehr Zufriedenheit im Job sehr - was indirekt die Anziehungskraft eines Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt deutlich steigern kann.

Ansetzen sollten Unternehmen dabei laut Biemann und Weckmüller bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsinhalte. Wer seine Arbeit sinnvoll und bedeutsam findet, wer vielfältige Aufgaben zu bearbeiten hat, wer Feedback und Wertschätzung erhält und wer mit Unterstützung von seinem Chef rechnen kann, dessen Arbeitszufriedenheit wächst in den meisten Fällen spürbar an.

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjournal "PERSONALquarterly" und den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Haufe Online Redaktion

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