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| Manpower Arbeitsmarktbarometer

Beschäftigungsausblick ist verhalten positiv

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr? Die Prognose ist insgesamt recht positiv.
Bild: Benjamin Thorn ⁄

Deutsche Arbeitgeber rechnen zwar mit einer steigenden Zahl an Neueinstellungen für das erste Quartal 2014. Allerdings ist die Stimmung verglichen mit den Jahresauftakten vergangener Jahre so zurückhaltend wie seit 2010 nicht mehr. Außerdem zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle im Optimismus.

Wie das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2014 zeigt, steigt der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick leicht von drei auf vier Prozent. Damit kehr er auf das Niveau des dritten Quartals 2013 zurück. Vor allem im Süden der Republik rechnen mehr Unternehmen mit Neueinstellungen, am stärksten in München. Weiter nördlich hat sich das Jobklima dagegen eingetrübt, am deutlichsten in Berlin. Der Anteil der Arbeitgeber, die Entlassungen einkalkulieren, steigt jedoch auch leicht von fünf auf sechs Prozent. 83 Prozent gehen von einer unveränderten Personalstärke aus.

"Trotz der guten Konjunkturaussichten für 2014 zeigt das Arbeitsmarktbarometer eine abwartende Haltung der Unternehmen", sagt Herwarth Brune, Geschäftsführer der Manpower-Group Deutschland. "Vor einer Personalaufstockung brauchen die Arbeitgeber Gewissheit darüber, wie sich die von der Großen Koalition beschlossenen arbeitsmarktpolitischen Neuerungen auswirken, zum Beispiel der flächendeckende Mindestlohn."

Finanzbranche stellt weiter ein, neue Chancen für Fachkräfte im Logistiksektor

Fachkräfte mit Finanzexpertise haben weiterhin gute Jobchancen. Der Wert für die Einstellungsbereitschaft bleibt auf einem konstant hohen Niveau von +14. Arbeitgeber der Logistikbranche sind ebenfalls bereit, Personal aufzustocken. Dort steigt der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick um zwölf Prozentpunkte von -5 auf +7. Ebenso rechnen Energieunternehmen sowie Arbeitgeber der öffentlichen Hand beziehungsweise im sozialen Umfeld zu Jahresbeginn mit einem steigenden Mitarbeiterbedarf.

Europas Arbeitgeber versuchen, Krise abzuhaken

Der Beschäftigungsausblick der Unternehmen innerhalb der Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika lässt erkennen, dass die Personalverantwortlichen in Europa allmählich mit der Krise abschließen und nach vorne blicken. In der Hälfte der untersuchten Länder steigt das Arbeitsmarktbarometer im Vergleich zum vierten Quartal 2013 an. Die Arbeitgeber in Griechenland versprühen besonders großen Optimismus. In dem hoch verschuldeten Staat klettert der Wert für die Einstellungsbereitschaft von +1 auf +7 Prozent. Auch in Italien und Spanien, die ebenfalls stark unter der Eurokrise leiden, verbessern sich die Jobchancen für die Arbeitnehmer langsam. Den größten Sprung macht Ungarn. Dort erreicht das Arbeitsmarktbarometer saisonbereinigt einen historischen Höchststand von +6 Prozent.

Über das Manpower Arbeitsmarktbarometer

Die Manpower-Group veröffentlicht jedes Quartal das Manpower Arbeitsmarktbarometer. Dafür werden über 65.000 Arbeitgeber in 42 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt. Die Ursprungswerte werden mithilfe einer Methode zur Saisonbereinigung von jahreszeitlichen Schwankungen befreit. Wie bei Methoden zur Saisonbereinigung üblich, sind die saisonal bereinigten Daten als vorläufig zu betrachten, da sie sich durch Einbezug neuer Daten nachträglich verändern können.

Detaillierte Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers für alle teilnehmenden Länder sind abrufbar unter https://www.manpower.de/neuigkeiten/studien-und-research/arbeitsmarktbarometer/.

Haufe Online Redaktion

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