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Jeder Minusgrad mehr im Januar kostet 14.000 Jobs

Viel Schnee kann nicht nur für Staus, sondern auch für Arbeitslosigkeit sorgen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Schnee und Eis sorgen nicht nur bei Pendlern für Ärger und Verspätungen, sondern kosten sogar tausende Jobs. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat diesen Zusammenhang zwischen den Außentemperaturen und der Arbeitslosigkeit in Deutschland genauer untersucht.

Wie aus der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hervorgeht, kostet im Januar jeder Minusgrad mehr rund 14.000 zusätzliche Männer und Frauen den Job. Bleibe ein Januar dagegen weitgehend frostfrei, sinke die Arbeitslosigkeit um etwa 4.000 Betroffene, so die Forscher.

Noch stärker als im Januar treffe allerdings frostiges Wetter im Dezember den Arbeitsmarkt. Sinke dann die Durchschnittstemperatur unter die Schwelle von 0,8 Grad im Monat, steige die Arbeitslosenzahl pro Minusgrad gar um 34.000, berichten die Forscher. Dagegen scheinen frostige Temperaturen im weiteren Verlauf des Winters die Arbeitslosigkeit nicht mehr zusätzlich anwachsen zu lassen.

Der Schnee sorgt im Spätwinter für Arbeitslosigkeit

Dafür haben jedoch im Spätwinter bis in den Vorfrühling hinein nach IAB-Beobachtungen Schneehöhen großen Einfluss auf die Arbeitsmarkt-Entwicklung. So steige mit jedem Zentimeter Schnee (Monatsmittelwert an Werktagen) im Februar die Zahl der Arbeitslosen um 3.400, während die Arbeitslosigkeit in einem vollständig schneefreien Februar um 15.000 sinke. Im März liege der Jobverlust mit jeden Zentimeter Schnee bei 4.000 Stellen. Kommt es im April noch zu nennenswerten Schneefällen, könnten sogar bis zu 16.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Für ihre Analyse der Zusammenhänge zwischen Witterung und Arbeitsmarkt hat die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) Schwankungen der Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 1991 untersucht.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit

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