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Immer mehr Frauen arbeiten – aber nur in Teilzeit

Zwar arbeiten inzwischen insgesamt mehr Frauen, doch sie sind meist nur in Teilzeit beschäftigt.
Bild: Getty Images, Inc.

Unternehmen werben verstärkt um weibliche Fachkräfte und inzwischen arbeiten in Deutschland fast auch genauso viele Frauen wie Männer, belegte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Doch die Zahl der weiblichen Beschäftigten in Vollzeit ist zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr hatten elf Millionen weibliche Beschäftigte keine volle Stelle, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilt. Das waren doppelt so viele wie vor rund 20 Jahren. Fast die Hälfte der Beschäftigten war im vergangenen Jahr weiblich.

Geleistete Arbeit steigt nicht gleich zur Beschäftigtenquote

Allerdings merken auch schon die IAB-Forscher an, dass die Zahl der beschäftigten Frauen seit der Wiedervereinigung um 21 Prozent gestiegen ist, aber die von ihnen geleistete Arbeit nur um vier Prozent. "Ein etwas höheres Arbeitsvolumen wird heute also von deutlich mehr Arbeitnehmerinnen erbracht als früher", sagte die IAB-Forscherin Susanne Wanger. Grund ist die steigende Teilzeitquote. Sie lag im Jahr 2014 bei knapp 58 Prozent. Im Jahr 1991 betrug sie nur 35 Prozent.

Weniger Frauen arbeiten in Vollzeit

Gleichzeitig steigt nicht nur die Zahl der Beschäftigungen in Teilzeit, sondern auch die Zahl der in Vollzeit angestellten Frauen sink. Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen ging zwischen 2001 und 2014 um knapp eine Million auf 7,5 Millionen zurück. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Teilzeitquote steigt auch bei Männern

Auch immer mehr Männer haben Teilzeit-Jobs. Mit inzwischen gut 20 Prozent hat sich die Quote laut dem IAB bei ihnen im Vergleich zum Jahr 1991 mehr als vervierfacht. Als Begründung gaben die meisten Männer an, keine Vollzeitstelle zu finden, oder noch in der Ausbildung oder im Studium zu stecken. Frauen entschieden sich am häufigsten wegen der Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen gegen eine Vollzeit-Stelle.

Haufe Online Redaktion

Teilzeit, Arbeitsmarkt