05.02.2016 | Arbeitsmarkt

IG Metall mit Integrationskonzept für Flüchtlinge

Im Handwerk sieht die IG Metall großes Potenzial zur Integration von Flüchtlingen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit einem "Integrationsjahr" möchte die IG Metall erwerbsfähige Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren. Das Programm soll durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden und an bereits bestehende Programme anknüpfen.

Die IG Metall möchte mit einem betrieblichen "Integrationsjahr" anerkannten Flüchtlingen und Langzeiterwerbslosen eine Brücke in Qualifizierung und Job bauen. Die Industriegewerkschaft sieht angesichts von 2,1 Millionen offenen Stellen in Deutschland gute Chancen, auch die etwa 380.000 erwerbsfähigen Flüchtlinge aus dem vorigen Jahr in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Vorstoß der IG-Metall ist damit eine weitere Initiative zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

Keine Lohnkonkurrenz durch Integration

"Wir wollen keine Lohnkonkurrenz zu anderen Arbeitssuchenden", sagt IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Daher sollten tarifliche Entgelte gezahlt werden. Das Integrationsjahr solle von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gefördert werden und auf bereits vorhandenen Programmen aufsetzen, die etwa Eingliederungszuschüsse von bis zu 50 Prozent des Lohns für den Arbeitgeber vorsehen.

Arbeitsplatz plus Integrations- und Sprachkurse

Das Modell der IG-Metall sieht neben einem Arbeitsplatz auch Integrations- und Sprachkurse für Flüchtlinge vor. Der Herausforderung, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren blickt Hofmann optimistisch entgegen. Der deutsche Arbeitsmarkt könne auch einen Andrang von Flüchtlingen wie im Vorjahr verarbeiten – eine gute Qualifizierung vorausgesetzt.
Im "Integrationsjahr" könnten Qualifizierung und Job betriebsnah kombiniert werden. Denkbar sei eine Vier-Tage-Woche mit reduziertem Entgeltanspruch: vier Tage bezahlte Arbeit und ein Tag Sprachkurs.

IG-Metall sieht großes Potenzial beim Handwerk

Das größte Potenzial für sein Modell sieht Jörg Hofmann beim Handwerk. Vorgespräche mit Handwerksverbänden, Arbeitgebern und BA seien bereits geführt, nun gehe es an die Details. "Wer über Fachkräftemangel klagt, muss jetzt handeln", heißt es in einem IG-Metall-Papier. Deutschland habe 420.000 Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten. Würde jeder dieser Betriebe nur einen zusätzlichen Integrationsplatz zur Verfügung stellen, gehe die Rechnung schon auf.

Schlagworte zum Thema:  Flüchtlinge, Integration, Arbeitsmarkt, Gewerkschaft, Handwerk

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