29.08.2013 | Arbeitsmarkt

Der Anteil der "Normal-Jobs" steigt

Jobs in Teilzeit oder Befristung werden weniger.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Zum ersten Mal seit 1991 steigen die regulären Jobs, während die Zahl der atypisch Beschäftigten sinkt -darunter unter anderen Minijobber und Zeitarbeitnehmer. Gleichzeitig dauerten Stellenbesetzungen in Ostdeutschlands erstmals länger als in Westdeutschland.

Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahr für mehr als eine halbe Million zusätzliche reguläre Jobs gesorgt, erklärt das Statistische Bundesamt. Die Zahl der atypisch Beschäftigten dagegen sank im Vergleich zum Vorjahr um 146.000 auf 7,89 Millionen. Damit setze sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, bei der sich die Zunahme atypischer Beschäftigung verlangsamt habe und jetzt sogar etwas rückläufig sei, erklärte das Amt.

"Der Arbeitsmarkt ist enger geworden für Unternehmen", sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). In vielen Bereichen sei es für Firmen schwieriger geworden, Fachkräfte zu finden. Mittlerweile würden mehr befristet Beschäftigte übernommen. Der Anteil atypisch Beschäftigter an allen Erwerbstätigen ging zwischen 2011 und 2012 von 22,4 Prozent auf 21,8 Prozent zurück. Seit 1991 war er nahezu kontinuierlich gestiegen und hatte 2007 seinen bislang höchsten Wert von 22,6 Prozent erreicht. Als atypisch Beschäftigte zählen Minijobber, Zeitarbeitnehmer, befristet und in Teilzeit mit weniger als 20 Stunden eingestellte Arbeitnehmer. Die Normal-Jobs sind allerdings nicht unbedingt Vollzeitstellen. 2,763 Millionen Menschen arbeiteten im vergangenen Jahr in Teilzeit mit mehr als 20 Wochenstunden.

Stellenbesetzungen dauerten 2012 in Ostdeutschland erstmals länger als im Westen

Im Jahr 2012 dauerten die Stellenbesetzungen in ostdeutschen Betrieben mit durchschnittlich 86 Tagen deutlich länger als im Vorjahr mit 75 Tagen. Damit war der Zeitraum zwischen dem Beginn der Personalsuche und dem Arbeitsbeginn der neu Eingestellten in Ostdeutschland erstmals länger als im Westen. Dort erhöhte sich die Besetzungsdauer von 76 auf 81 Tage, geht aus einer repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Auch der Anteil der Stellenbesetzungen, die nach Angabe der Betriebe mit Schwierigkeiten verbunden sind, ist in Ostdeutschland gestiegen und liegt inzwischen höher als im Westen. Ein wichtiger Grund dafür ist den Betrieben zufolge eine zu geringe Bewerberzahl. Zweitwichtigster Grund sei die mangelnde Qualifikation der Bewerber, zudem spielten Uneinigkeit über den Lohn oder die Arbeitsbedingungen eine Rolle. Insgesamt gab es bei 35 Prozent der Neueinstellungen im Osten und 32 Prozent im Westen Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.

"In Ostdeutschland müssen sich Betriebe vor allem auf strukturelle Probleme einstellen. Dort macht sich die ungünstige demografische Entwicklung deutlich bemerkbar. Dagegen wird der Personalbedarf in westdeutschen Betrieben aufgrund der höheren Exportabhängigkeit derzeit eher von weltwirtschaftlichen Schwankungen beeinflusst", stellen die IAB-Forscher fest. Sie schreiben in ihrer Studie: "Bei der zunehmenden Konkurrenz um Fachkräfte zeigen die Betriebe Kompromissbereitschaft". Im Jahr 2012 machten die Arbeitgeber bei jeder fünften Neueinstellung Kompromisse hinsichtlich Qualifikation, Berufserfahrung oder Lohn.

Schlagworte zum Thema:  Minijob, Zeitarbeit, Vollzeit, Teilzeit, Befristung, Arbeitsmarkt

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