11.07.2012 | Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in Deutschland überdurchschnittlich gesunken

Langzeitarbeitslose haben es in Deutschland schwerer, wieder in den Job zurückzukehren.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In kaum einem Industrieland ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen fünf Jahren so sehr gesunken wie in Deutschland. Gleichzeitig sei aber der Anteil der Langzeitarbeitslosen erheblich höher als im OECD-Durchschnitt, heißt es in einem aktuellen Bericht der OECD.

Im Mai 2012 waren nach Definition der UN-Arbeitsorganisation ILO 5,6 Prozent der Erwerbsbevölkerung in Deutschland arbeitslos. Vor der Krise waren es noch 8,4 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Beschäftigungsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Anders als in den meisten OECD-Ländern sank hierzulande auch die sogenannte strukturelle Arbeitslosigkeit. Aber: Fast die Hälfte der Arbeitslosen in Deutschland ist länger als ein Jahr ohne Job. Der Großteil dieser Gruppe sogar länger als zwei Jahre.

Negative Beschäftigungsaussichten im Euroraum

Allgemein geht der Beschäftigungsausblick davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in der OECD noch bis mindestens Ende 2013 hoch bleiben wird. Zurzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,9 Prozent und wird nach Prognosen bis zum vierten Quartal 2013 auch nur minimal sinken: auf 7,7 Prozent. Besonders negativ sind die Aussichten im Euro-Raum, wo die Arbeitslosenquote im Mai ein Hoch von 11,1 Prozent erreichte. Insgesamt sind in der OECD 48 Millionen Menschen ohne Job – 14 Millionen mehr als vor der Krise.

Höchste Arbeitslosenquote in Spanien

Spanien hat mit 24,6 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in der OECD, aber auch Estland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Portugal und die Slowakei verzeichnen Arbeitslosenquoten im zweistelligen Bereich. In Australien, Österreich, Israel, Japan, Korea, Luxemburg, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz hingegen blieben die Arbeitslosenquoten auch während der Krise zwischen 3,5 und 5,5 Prozent.

Europaweiter Trend zu mehr Zeitarbeit

So unterschiedlich die Lage in den Ländern ist, eines ist allen gemein: Die Krise benachteiligt vor allem jungen und schlecht ausgebildeten Menschen. Auch ein Trend zu Zeitarbeit zeigt sich quer durch alle Länder und könnte darauf hindeuten, dass Unternehmen der wirtschaftlichen Entwicklung nicht genug trauen, um unbefristete Einstellungen vorzunehmen.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit, OECD

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