10.05.2013 | Arbeitsklima

Unzufrieden, aber nicht sehr wechselwillig

Unzufrieden, aber unentschlossen: Weniger Arbeitnehmer planen einen Jobwechsel.
Bild: Image Source Limited

Die Stimmung unter den Arbeitnehmern scheint sich zu verschlechtern: Nur die Hälfte von 1.060 Befragten sind zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Trotzdem sinkt die Zahl derer, die einen Jobwechsel planen.

Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Quote der Zufriedenheit elf Prozentpunkte unter dem jetzigen Niveau von 52 Prozent. Aber nur 43 Prozent der Deutschen planen einen Jobwechsel - vier Prozentpunkte weniger als 2012. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Jobzufriedenheit 2013", die im Auftrag der Manpower Group Deutschland im April durchgeführt wurde.

Wirtschaftliches Krisenklima überträgt sich auf die Arbeitnehmer

Noch größer als die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitsplatz ist bei vielen offenbar die Unsicherheit, ob sie einen besseren finden würden. Obwohl 48 Prozent aller Studienteilnehmer sich bessere Arbeitsbedingungen wünschen, sagen 57 Prozent, dass sie nicht vorhaben, sich einen neuen Job zu suchen.

"Viele wissen nicht, auf welche Stellen sie sich mit ihren Qualifikationen und Erfahrungen überhaupt bewerben können", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland. In letzter Zeit habe es zudem viele Medienberichte über Entlassungen und Sparprogramme großer deutscher Unternehmen gegeben. Wer einen Job sicher hätte, zögere deshalb, diesen in solch unsicheren Zeiten aufzugeben. "Doch auch wenn die Wechselbereitschaft rückläufig ist - es stehen immer noch 43 Prozent der Arbeitnehmer kurz vor dem Absprung", warnt Brune die Arbeitgeber.

Gehalt ist Hauptquelle der Unzufriedenheit

Die Ursachen für die Unzufriedenheit sind vielfältig. Mit Abstand am häufigsten genannt wird schlechte Bezahlung: 24 Prozent aller Befragten streben eine Beschäftigung an, bei der sie mehr verdienen. 15 Prozent möchten mehr Anerkennung für ihre Leistung bekommen. Dass ihnen ihre aktuelle Tätigkeit keinen Spaß macht, sagen elf Prozent. Weitere Gründe sind, dass es den Mitarbeitern an Abwechslung mangelt (zehn Prozent), das Arbeitsklima schlecht ist (ebenfalls zehn Prozent), dass die Befragten lieber in einer anderen Region oder einem anderen Land arbeiten würden (neun Prozent) oder mit ihren Vorgesetzten nicht klar kommen (fünf Prozent). 

Über die Studie "Jobzufriedenheit 2013"

Die Studie "Jobzufriedenheit 2013" basiert auf einer Online-Befragung des Marktforschungsinstitut Yougov. Sie wurde im Auftrag der Manpower Group Deutschland im Zeitraum 2. bis 4. April 2013 unter 1.060 Personen ab 18 Jahren durchgeführt.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsklima, Zufriedenheit, Fluktuation, Gehalt

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