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Anonyme Bewerbungen: Unternehmen gespaltener Meinung

In der Bewerberauswahl passieren häufig Fehler. Dies belegen viele Studien. Ob anonyme Bewerbungen einer Diskriminierung vorbeugen können, wird gerade heiß diskutiert und in fünf Unternehmen getestet. 60 Prozent der Unternehmen in einer nicht repräsentativen Umfrage glauben nicht an dieses Instrument.

Angaben Herkunft, Alter und Geschlecht haben im Prozess der Bewerberauswahl wirken sich unbewusst auf die Entscheidung aus. Allein der Name kann schon Auswirkungen auf das Urteil haben, zeigt vor Kurzem eine Studie der Universität Konstanz.

In einem Pilotprojekt testen fünf Unternehmen, darunter L'Oréal, Deutsche Telekom und Deutsche Post DHL, anonyme Bewerbungen in der Praxis aus. Allein die Leistung soll die Entscheidung, ob ein Bewerber in den weiteren Auswahlprozess eingeschlossen wird oder nicht, beeinflussen.

 

Umfrage zeigt gespaltene Meinung

Einer Befragung des Online-Karriereportals Monster.de zeigt: 40 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer denken, dass durch anonyme Bewerbungen die unbewusste oder bewusste Diskriminierung in der ersten Bewerbungsrunde verhindert wird. 60 Prozent der Befragten sehen eine höhere Chancengleichheit allerdings spätestens im Bewerbungsgespräch als nicht mehr realistisch.

Der Vergleich mit Österreich und der Schweiz zeigt, dass die Umfrageteilnehmer Chancen und Grenzen der anonymen Bewerbung ähnlich einschätzen. So geben 37 Prozent der befragten Österreicher und 41 Prozent der Schweizer an, dass sie durch die anonyme Bewerbung das Kriterium der Qualifikation in der ersten Bewerbungsrunde gesichert sehen. Für 59 Prozent der Schweizer und 63 Prozent der Österreicher jedoch ist die Unvoreingenommenheit der Arbeitgeber spätestens im Bewerbungsgespräch nicht mehr sichergestellt.

 

Anonyme Bewerbungen bieten zumindest eine Chance

"Die IZA Studie zeigt, dass die Ungleichbehandlung in kleineren Unternehmen am stärksten ausgeprägt ist, gleichzeitig leiden diese Unternehmen am meisten unter dem drohenden Fachkräftemangel", sagt Marcus Riecke, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. "Die anonyme Bewerbung kann eine große Chance für all diejenigen Bewerber sein, die mit ihrer Qualifikation überzeugen, aber aufgrund von Alter, Nationalität oder Geschlecht im Bewerbungsprozess unter Umständen vorab ausscheiden."

 

Über die Umfrage

4.061 Befragte in Deutschland, Österreich und der Schweiz stimmten vom 23. August bis zum 5. September 2010 bei der Umfrage ab.

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