17.02.2016 | Altersversorgung

Deutscher bAV-Preis verliehen

Die Gewinner des deutschen bAV-Preises 2016: Carl Zeiss, Endress und Hauser, Nestlé Deutschland.
Bild: Deutscher bAV-Preis

Gewinner des Deutschen bAV-Preises 2016 sind Carl Zeiss und Endress und Hauser. Einen Sonderpreis erhält Nestlé Deutschland für einen grenzüberschreitenden Pensionsfonds.

Die roten Teppiche sind ausgerollt in Berlin. Passend zur gleichzeitigen Berlinale wurden auch  im Rahmen der Konferenz „Zukunftsmarkt Altersvorsorge“ Auszeichnungen vergeben. Star des Abends: die betriebliche Altersversorgung. Ihr spricht Dr. Thomas Jasper, Leiter bAV-Beratung bei Willis Towers Watson den Preis für die beste Nebenrolle in der Alterssicherung zu. „Durch den demografischen Wandel müssen die Rollen hier neu verteilt werden. Die bAV ist weder Statist noch Komparse - sie hat das Zeug zur besten Nebenrolle“ so der Vorsorgeexperte.

Deutscher bAV-Preis im dritten Jahr

Doch auch die gute bAV-Arbeit wird ausgezeichnet: Mit dem Deutschen bAV-Preis werden bereits dritten Mal vorbildliche Projekte der betrieblichen Altersversorgung von Unternehmen in Deutschland aus. Im Vordergrund stehen dabei der innovative und kreative Charakter eines bAV-Projektes sowie dessen Einklang mit der Unternehmens- und Personalstrategie

Versorgungsordnung bei Carl Zeiss

Den ersten Preis in der Kategorie „Großunternehmen“ erhielt die Carl Zeiss AG für die Neugestaltung ihrer Versorgungsordnung. Dabei hat sich das Unternehmen bewusst für die Beibehaltung eines Rentenbausteinsystems entschieden. Auch bei der vollständigen Arbeitgeberfinanzierung mit unternehmenseigenem CTA ist es geblieben. „Neben der zügigen Anpassung an das geänderte Zinsumfeld stand das Spannungsfeld zwischen langfristiger Risikoreduktion und gleichzeitiger Beibehaltung der Arbeitgeberattraktivität im Fokus“, beschreibt Zeiss die neue „VO 2015“. Ergebnis ist ein Rentenbausteinsystem mit sehr dynamischen Berechnungsparametern, das nicht zuletzt für die Mitarbeitergewinnung und -bindung eine große Rolle spielt.

Endress und Hauser: Vorsorgeprogramm im Mittelstand

Der erste Preis in der Kategorie „kleine und mittlere Unternehmen“ ging an die Endress und Hauser Unternehmensgruppe Deutschland. Ihr neues „Vorsorge-Programm“ beinhaltet die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge, weitere individuelle Vorsorgebausteine sowie die Möglichkeit, sich persönlich und lebensphasenorientiert beraten zu lassen. Ein einheitliches System für alle Hierarchiestufen spiegelt die Personalstrategie der Baden-Württemberger wider. „Unser Ziel war es, unsere Mitarbeiter auf das Thema Altersvorsorge aufmerksam zu machen. In den ersten drei Monaten hatten sich schon über 75 Prozent der Mitarbeiter für eine persönliche bAV-Beratung angemeldet. Das Altsystem kam auf eine Durchdringungsquote von 27 Prozent. Jetzt liegen wir bei 60 Prozent.“

Sonderpreis an Nestlé Deutschland

Eine Sonderauszeichnung hat die Jury an Nestlé Deutschland vergeben. Der Lebensmittelhersteller wurde für seinen grenzüberschreitenden Pensionsfonds (Nestlé Pensionsfonds AG) ausgezeichnet, der letztes Jahr – als erster deutscher Pensionsfonds überhaupt – die Geschäftstätigkeit im Ausland aufnehmen durfte. „Unsere österreichischen Unternehmen hatten den Wunsch, ihren Mitarbeitern eine bAV-Lösung anzubieten, die sich grundlegend an der Versorgung in Deutschland orientiert, gleichzeitig aber die in- und ausländischen Vorschriften erfüllt, was für einen grenzüberschreitenden Pensionsfonds die wohl größte Herausforderung ist“, so die bAV-Experten von Nestlé. „Einheitliche Altersvorsorgemodelle erhöhen die Transparenz für den Arbeitnehmer und erleichtern die Administration für den Arbeitgeber“, beschreibt Nestlé die Vorteile.

Innovationen in Großunternehmen, Herzblut in KMU

Unterm Strich zeigen sich innovative Modelle insbesondere bei den teilnehmenden Großunternehmen mit qualitativ sehr hochwertigen Versorgungsangeboten. Aber auch die Einsendungen der Mittelständler, für die eine gute bAV in der Relation immer eine finanziell größere Belastung darstellt, zeigen, dass die Arbeitgeber Verantwortung für die Alterssicherung zu übernehmen bereit sind. Die weiteren Preisträger sind:

Gea Group: Neuer Pensionsplan für Führungskräfte

Auf den zweiten Platz in der Kategorie „Großunternehmen“ kam die für die GEA Group Aktiengesellschaft. Sie wechselte mit einem neuen Pensionsplan für Führungskräfte von einem komplexen DB-Modell mit hohen Bilanzrisiken zu einem strukturierten und renditestarken DC-Modell. Komplexität und Administration konnten so deutlich reduziert werden.

Rafi: Lebensphasenorientiertes Arbeitszeitmodell

Die Rafi GmbH & Co. KG setzt auf lebensphasenorientiertes Personalmanagement und bekam damit den dritten Platz unter den Großunternehmen. Prämiert wurde ein dreistufiges bAV-Modell, das sich durch die Umwandlung von Arbeitszeit finanziert.

Eto Gruppe Beteiligungen GmbH: Festzinszusage

Mit der Neugestaltung ihrer Entgeltumwandlung und einer Festzinszusage von vier Prozent hat die Eto Gruppe Beteiligungen GmbH die Teilnahmequote ihrer bAV deutlich erhöht. Sie bekam dafür den zweiten Platz unter den KMU.

Sabath Media Designagentur: Arbeitgeberfinanzierung im KMU

Zur lebensphasenorientierten Personalpolitik der Sabath Media Designagentur GmbH gehört eine arbeitgeberfinanzierte bAV für alle Hierarchie- und Altersstufen. Damit ist Sabath Media Vorreiter in der Kreativbranche, was mit Rang drei in der Kategorie KMU honoriert wurde.

Die Redaktion des Personalmagazins war vor Ort: zum Video  

Weitere Informationen zum Deutschen bAV-Preis finden Sie hier

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Altersversorgung

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