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Aktionswoche der BA: Behinderte besser integrieren

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will mit einer bundesweiten Aktionswoche die Integration behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt fördern. Gerade angesichts des drohenden Fachkräftemangels dürfe dieses Potenzial nicht ungenutzt bleiben, erklärte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Gute Praxisbeispiele gibt es schon.

"Über die Hälfte der Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland verfügt über eine Ausbildung oder einen akademischen Abschluss", sagte Becker bei der Auftaktveranstaltung in Oberhausen. Und der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, betonte: "Unternehmen sollten jetzt reagieren und den Auswirkungen des demografischen Wandels vorbauen. Sie profitieren davon, behinderte Menschen bei Einstellungen stärker zu berücksichtigen und auch Lösungswege für ältere Menschen mit Behinderung im Betrieb aufzuzeigen."

Aktuell sind in Deutschland rund 173.000 Schwerbehinderte arbeitslos. Das sind 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die BA weist darauf hin, dass Schwerbehinderte zwar auch vom Aufschwung profitiert hätten, aber nicht so stark wie die Gesamtheit der Arbeitslosen.

 

Praxisbeispiel: Bei SKF wird Behinderten mehr zugetraut

Wie das Personalmagazin in Ausgabe 3/2011 bereits berichtete, zeigt der Wälzlagerhersteller SKF ein gutes Beispiel, wie man Behinderte im Unternehmen einsetzen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann.

Dr. Franz Hubmer, Director HR & Manufacturing Exellence bei SKF, ist überzeugt: Auch mit leistungsgeminderten Mitarbeitern lassen sich Bedarfslücken decken, wenn der Job richtig definiert ist. Nicht alles muss die Fachkraft erledigen. Maschine putzen, kehren, Ordnung schaffen, Werkzeuge zurückbringen, Teile verpacken - all das können die zu mindestens 30 Prozent beeinträchtigten Jugendlichen, die SKF beschäftigt, gut erledigen. Sie halten so den Fachkräften den Rücken frei, erfahren Anerkennung und lernen, sich in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Das Ergebnis: Dank der Umorganisation der Aufgaben können die Fachkräfte nun produktiver arbeiten. Wer Bedarfslücken schließen will, sollte daher nicht immer gleich an die Rekrutierung am oberen Ende der Talentskala denken. Es lohnt sich, auch Entlastungs- und Integrationschancen zu prüfen - durch Arbeitskräfte, die zu Unrecht häufig von Recruitern übersehen werden.

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