23.06.2014 | Top-Thema Active Sourcing

Wann Active Sourcing Sinn macht

Kapitel
Vier Recruiting-Situationen lassen sich unterscheiden, um zu sehen, ob Active Sourcing Sinn macht.
Bild: ICR

Ein Argument, das für die proaktive Kandidatensuche spricht, ist der Wandel am Arbeitsmarkt: Fachkräfte werden in Deutschland immer rarer. Der Markt hat sich zugunsten der Bewerber gedreht. Trotzdem ist es nicht immer sinnvoll, auf Active Sourcing zu setzen.

ICR Active Sourcing Report 2013ICR Social Media Recruiting Report 2013Die Notwendigkeit und der Erfolg von Active Sourcing sind abhängig von der Verfügbarkeit potenzieller Kandidaten am Arbeitsmarkt und der Dringlichkeit der Stellenbesetzung. Hierbei können vier verschiedene Situationen unterschieden werden:

  1. Hohe Verfügbarkeit von Bewerbern, hohe Dringlichkeit der Stellenbesetzung

In diesem Fall ist kein Active Sourcing notwendig. Es genügen Maßnahmen auf dem aktiven Arbeitsmarkt, zum Beispiel das Schalten von Stellenanzeigen oder die Nutzung der Arbeitsagentur, um offene Stellen zu besetzen.

  1. Hohe Verfügbarkeit von Bewerbern, niedrige Dringlichkeit der Stellenbesetzung

In dieser Situation, in der ebenfalls kein Active Sourcing notwendig ist, bietet sich das Anfüttern potenzieller Bewerber zum Beispiel durch Hochschulmarketing oder Praktikantenprogramme an. Die Zielsetzung hierbei ist, im Bewusstsein der Bewerber zu sein, wenn diese eine Berufsentscheidung treffe, oder potenziellen Bewerbern in Praktikantenprogrammen die Gelegenheit zu geben, das Unternehmen kennenzulernen. Tritt eine Vakanz auf, können die Bewerber gezielt darauf hingewiesen werden.

  1. Niedrige Verfügbarkeit von Bewerbern, hohe Dringlichkeit der Stellenbesetzung

Eine klassische Situation für den Einsatz von Active Sourcing, insbesondere in der kurzfristigen Form der Besetzung einer offenen Stelle. Geeignete Kandidaten können über soziale, insbesondere Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin oder auch Suchmaschinen gefunden und angesprochen werden. Auch Lebenslauf-Datenbanken sind eine gute Quelle.

  1. Niedrige Verfügbarkeit von Bewerbern, niedrige Dringlichkeit der Stellenbesetzung

In einer solchen Situation, zum Beispiel bei Änderung von strategischen Geschäftsfeldern, die einen Bedarf einer bestimmten Qualifikation in zwei bis fünf Jahren erwarten lassen, kommt die mittelfristige Komponente des Active Sourcing zum Tragen. Es geht darum, sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern, überhaupt Zugang zu Kandidaten für diese späteren Vakanzen zu bekommen oder für die nächsten Jahre horrende Summen für die Rekrutierung zu vermeiden. Anstatt abzuwarten, bis sich eine Vakanz auftut, analysieren Recruitingverantwortliche die unternehmenskritischen Stellenprofile, suchen aktiv in allen Quellen passende Kandidaten, sprechen diese an und versuchen sie grundsätzlich für das Unternehmen, seine Ziele und seine Kultur zu interessieren. Sie pflegen regelmäßige Kontakte zu den Kandidaten, stellen diesen gegebenenfalls Qualifizierungen zur Verfügung. Wenn sich dann aus der Fachabteilung eine Vakanz ergibt, können die Recruiter innerhalb kurzer Zeit vorqualifizierte und kalibrierte Kandidaten anbieten. Hier überschneidet sich das Konzept des Active Sourcing mit dem Talent Relationship Management – das heißt mit dem Aufbau und der Pflege von Talentpools – und unterstützt dieses.

Hinweis: Wie weit Arbeitgeber heute schon im Active Sourcing sind und wie Recruiter erfolgreich die gefundenen Traumkandidaten ansprechen, verrät der Active Sourcing Report des Institute of Competitive Recruiting (ICR). Dieser ist kann hier http://www.competitiverecruiting.de/ICR-Active-Sourcing-Report-2013-Xing-Linkedin-Twitter-Facebook.html kostenfrei heruntergeladen werden.

Schlagworte zum Thema:  Active Sourcing, Recruiting

Aktuell

Meistgelesen