23.06.2014 | Top-Thema Active Sourcing

Best Practice im Unternehmen Innogames

Kapitel
Online-Spiele boomen. Entsprechend viele neue Mitarbeiter braucht der Anbieter Innogames - er sucht aktiv nach ihnen.
Bild: Thies Raetzke

Wie genau kann Active Sourcing in der Praxis ablaufen? Wie sieht ein Konzept aus, das zum Unternehmen passt und Erfolg beim Recruiting verspricht? Das Unternehmen Innogames aus Hamburg geht hier mit gutem Beispiel voran.

"Forge of Empires", "The West" oder "Die Stämme" – mit Online-Spielen, die in eine andere Zeit entführen, ist das Unternehmen Innogames groß geworden. 330 Mitarbeiter arbeiten Mitte 2014 für Innogames, um insgesamt rund 100 Neuzugänge soll die Belegschaft innerhalb des Jahres ausgestockt werden. Dafür setzt das Unternehmen auf einen Recruiting-Mix, der auch die proaktive Suche über die Business-Plattform Xing einbezieht.

Active Sourcing als fester Bestandteil im Recruiting-Mix

Game Designer und Softwareentwickler, aber auch Marketingexperten sind beim Entwickler und Betreiber von Online-Spielen gesucht. Fünf Recruiter sind für das Unternehmen tätig. Sie entscheiden je nach zu besetzender Position, welche Recruitingkanäle genutzt werden. Der Recruiting-Mix, auf den Innogames setzt, reicht von Stellenanzeigen über Mitarbeiterempfehlungen und Personalberater bis zur Direktansprache von Kandidaten in sozialen Netzwerken. „Wir nutzen Active Sourcing nicht bei jeder Suche, sondern abhängig von der jeweiligen Position“, erklärt Christoph Hillermann, Team Lead Recruiting und HR Marketing. Ob die Recruiter proaktiv auf die Suche gehen, entscheide sich beispielsweise anhand des Bewerbungseingangs auf eine traditionelle Stellenausschreibung: Wie viele Bewerbungen gehen ein? Wie gut passen die Bewerber?

Vor allem bei Marketingstellen und Softwareentwicklern sei die proaktive Suche aussichtsreich, berichtet Hillermann. "Kaufmännische Positionen, zum Beispiel in der Buchhaltung, sind dagegen gut über Stellenanzeigen zu besetzen, da auf diesem Weg genügend Bewerbungen ins Haus kommen", sagt er.

Unterstützung durch die Fachabteilung

Seit Mitte 2013 setzt Innogames die proaktive Mitarbeitersuche gezielt innerhalb des Recruiting-Mix ein. Alle Recruiter haben eine Lizenz des Xing Talentmanagers. Bei etwa 20 Prozent der Stellen nutzen sie diese und gehen den Weg des Active Sourcing. Bei der Auswahl und Ansprache passender Kandidaten werden sie auch von Kollegen aus der Fachabteilung unterstützt. "Entweder bitten wir sie direkt um Mithilfe oder wir besprechen Profile, die uns interessant erscheinen, mit den Fachkollegen. Diese wissen besser, welche Erfahrungen ein neuer Mitarbeiter, den sie für ihre Abteilung benötigen, mitbringen sollte", so Hillermann.

Je nach ausgeschriebener Position erfolgt die Ansprache der passenden Kandidaten dann durch den zuständigen Recruiter oder die Führungskraft der Fachabteilung. "Wenn wir eine Senior- oder Führungsposition zu besetzen haben, hat es sich für uns als sinnvoll herausgestellt, dass wir im Recruiting die Vorarbeit machen und die eigentliche Ansprache über eine Führungskraft der Abteilung läuft. Damit vermitteln wir dem Kandidaten die entsprechende Wertschätzung", ergänzt er. 

Worauf es bei der Kandidatenansprache ankommt

Ob eine proaktive Suche erfolgreich ist, hängt in erster Linie auch von der Art der Kandidatenansprache ab. Deshalb verwendet das Hamburger Softwareunternehmen keine Standardtexte, sondern geht immer auf die jeweilige Person ein. „Wichtig ist auch, nicht fordernd zu sein, sondern einen ersten Einblick in die Stelle zu geben“, sagt der Recruiter. Außerdem sollten gleich Ansprechpartner genannt werden – am besten einer aus dem Personalbereich für Fragen zu den Arbeitsbedingungen und einer aus der Fachabteilung für fachliche Fragen.

Diese stark individuelle Vorgehensweise ist nur möglich, weil Innogames bereits im Vorfeld eine enge Kandidatenauswahl vornimmt und keine Massenanfragen versendet. "Das versuchen wir auch im Anschreiben zu vermitteln. Gute Mitarbeiter werden auch von anderen Unternehmen kontaktiert. Davon wollen wir uns ein Stück weit abheben, indem wir möglichst viel von uns preisgeben", erklärt Christoph Hillermann. Zwar bedeute die Recherche und Vorauswahl recht viel Arbeit für die Recruiter. Aber dadurch sei der Aufwand im späteren Verlauf deutlich geringer als zum Beispiel beim Sichten der mehr oder weniger passenden Bewerbungen, die auf eine Stellenanzeige eintreffen, berichtet er: "Je intensiver wir den Kontakt gestalten können und je besser die Kandidaten passen, desto weniger Arbeit bleibt am Ende."

Schlagworte zum Thema:  Active Sourcing, Recruiting

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