Zeitarbeit als Personalmana... / 4 Integration von Zeitarbeitsmitarbeitern

Die Integration der Zeitarbeitsmitarbeiter im Kundenunternehmen sollte von einer werteorientierten Führung und einer selbstverständlichen Wertschätzung begleitet werden. Diese "gefühlte Gleichbehandlung" ist nach den Erfahrungen von Personalleitern wichtiger als eine "absolute Gleichmacherei", wie sie zuweilen in Equal-Treatment-Diskussionen gefordert wird.

Ausgesprochen wichtig ist die Vermeidung von sichtbarer Ausgrenzung bzw. Abgrenzung des Mitarbeiters im Verhältnis zur Stammbelegschaft. Vermieden werden sollte zum Beispiel:

  • Verpflichtung des Tragens besonderer Kleidung, die den Mitarbeiter als Mitarbeiter der Zeitarbeit kennzeichnet
  • Ausgrenzung bei der Nutzung von sozialen Einrichtungen
  • Verbot der Teilnahme am Essen in der Kantine
  • Untersagung der Nutzung der Umkleideräume und -schränke
  • Kennzeichnung auf Werksausweisen als Fremdarbeiter
  • Verbot der Teilnahme an Firmenveranstaltungen

4.1 Probleme und Lösungen der Integration

Die Tatsache, dass es in den meisten Überlassungsfällen einen Unterschied in der Bezahlung der Stammbelegschaft und der Bezahlung der Mitarbeiter der Zeitarbeit gibt, stellt auch eine besondere Herausforderung für die Betreuung der Mitarbeiter dar.

Hier kann ein fairer und wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitern der Zeitarbeit vieles an gefühlter Ungerechtigkeit ausgleichen. Erfährt der Mitarbeiter im Kundenunternehmen eine Anerkennung, die sich sowohl verbal ausdrückt, aber auch in vielen kleinen Aktionen, die keiner Worte bedürfen, und wird er ins Team einbezogen und integriert, fühlt er sich sicher schnell als vollwertig anerkannter Mitarbeiter, auch wenn die vertraglichen Regelungen Unterschiede aufweisen.

Eine möglicherweise empfundene Arbeitsplatzunsicherheit, mit der der Mitarbeiter der Zeitarbeit täglich klarkommen muss, kann durch eine seriöse und gute Mitarbeiterbetreuung, die das Zeitarbeitsunternehmen zu erbringen hat, ausgeglichen werden. Offenheit, Ehrlichkeit und auch ein fairer und gerechter Umgang der Personaldisponenten mit ihren Zeitarbeitsmitarbeitern, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Die räumliche Distanz zwischen dem eigentlichen Arbeitgeber, dem Zeitarbeitsunternehmen und seinen Mitarbeitern, die im Kundeneinsatz sind, sollte durch regelmäßige Besuche am Arbeitsplatz durch den Disponenten ausgeglichen werden. Auch das Angebot an den Mitarbeiter der Zeitarbeit jederzeit mit seinem Personaldisponenten sprechen zu können, sowohl persönlich als auch telefonisch, gleicht die räumliche Distanz aus. Besuche von Mitarbeitern bei ihren Zeitarbeitsunternehmen sollten eine Selbstverständlichkeit sein, die Türen sollten hier wenn möglich weit über die eigentliche Arbeitszeit hinaus offenstehen.

Für den Mitarbeiter der Zeitarbeit ist es wichtig, dass ihm auch ein Ansprechpartner für Fragen und Probleme im Kundenunternehmen genannt wird, an den er sich wenden kann.

4.2 Hinweise für die Abwerbung/Übernahme eines Zeitarbeitsmitarbeiters

Die "Abwerbung" bzw. die Übernahme eines Mitarbeiters der Zeitarbeit nach dem Ende des Einsatzes im Kundenunternehmen ist möglich und kann vom Zeitarbeitsunternehmen nicht untersagt werden. Üblicherweise wird dem Kundenunternehmen bereits im Angebot bzw. spätestens im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag mitgeteilt, wie hoch die Honorare sind, die im Falle einer Übernahme des Zeitarbeitsmitarbeiters in ein Arbeitsverhältnis beim Kundenunternehmen anfallen werden. Eine Staffelung des Honorars bis hin zu einer kostenfreien Übernahme nach Ablauf einer Einsatzdauer von spätestens 12 Monaten ist nach der aktuellen Rechtsprechung zu empfehlen.

Die "Abwerbung" eines Mitarbeiters der Zeitarbeit zeigt, dass die Auswahl dieses Mitarbeiters durch das Zeitarbeitsunternehmen gut war. Dies sollte von Kundenseite anerkannt werden und sich auch darin zeigen, dass vertragliche Vereinbarungen eingehalten werden. Auch der Mitarbeiter der Zeitarbeit sollte sich veranlasst sehen, seinerseits die im Arbeitsvertrag vereinbarte Kündigungsfrist gegenüber seinem Arbeitgeber der Zeitarbeit einzuhalten.

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