Zeitablauf am Arbeitsplatz ohne Tätigkeits-Aufstellung reicht nicht
 

Leitsatz

Der Arbeitgeber muss einem Mitarbeiter Gehalt für Überstunden nur bezahlen, wenn er sie entweder angeordnet oder nachträglich gebilligt hat, oder wenn nachvollziehbar ist, dass es ohne Überstunden mit der Arbeit nicht klappen konnte.

 

Sachverhalt

Wer sich lange am Arbeitsplatz aufhält, bekommt seine Mehranwesenheit nicht automatisch vom Arbeitgeber bezahlt. Überstunden ohne Anordnung oder nachträgliche Billigung müssen nicht bezahlt werden. Ein solcher Anspruch auf Bezahlung kann nur ausnahmsweise bestehen, wenn der Arbeitnehmer nachvollziehbar darlegt, dass die Überstunden notwendig waren, um das Arbeitspensum zu schaffen.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines Metzgermeisters ab. Dieser verlangte von seinem Arbeitgeber die Bezahlung von 711 Überstunden. Seine Arbeitszeit habe zwar eigentlich bei 40 Stunden wöchentlich gelegen, tatsächlich habe er täglich mehr als 14 Stunden gearbeitet. Konkrete Nachweise legte der Metzger nicht vor.

Das Gericht wies die Forderung des Mannes zurück. Selbst wenn er so lange gearbeitet habe, fehle eine nachvollziehbare Aufstellung, womit er in dieser Zeit konkret beschäftigt gewesen sei. Pauschale Behauptungen, die berufliche Stellung im Unternehmen habe den hohen Einsatz erfordert, genügten nicht.

 

Hinweis

Geht es um die nachträgliche Billigung oder die Durchsetzung vor Gericht, kommt der Arbeitnehmer an einer detaillierten Dokumentation – notfalls in der Rückschau – nicht vorbei.

 

Link zur Entscheidung

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 10.10.2008, 6 Sa 390/08.

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