Work-Life-Balance als Wettb... / 4 Demographische Entwicklung

Im Rahmen der demographischen Entwicklung wird ein deutlicher Rückgang der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahren prognostiziert. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass den Unternehmen zunehmend weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden und insbesondere das Angebot an qualifizierten Fach- und Führungskräften trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten sinken wird. Die Rekrutierung, Bindung und Motivation der Arbeitskräfte werden für die Unternehmen zukünftig von zunehmender Bedeutung sein.

Zusätzlich zögern längere Ausbildungszeiten die berufliche Einstiegsphase weiter hinaus, während die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch immer nicht ausreichend gegeben sind.

Um der Herausforderung der Globalisierung begegnen zu können, sind die Unternehmen auf motivierte und loyale Mitarbeiter/innen angewiesen, die nicht zuletzt ihre eigenen Interessen in den Unternehmen vertreten sehen. Im Hinblick auf diese Zusammenhänge liegt eine konfliktfreiere Vereinbarkeit von Familie und Beruf also auch im Interesse der Unternehmen.

Zwar wünschen sich 90 % der 25 Jährigen (Männer und Frauen) Kinder, allerdings zeigt der Zensus des statistischen Bundesamtes, dass das gesellschaftliche Durchschnittsalter konstant ansteigt, während die Zahl der Geburten diametral dazu abnimmt. Zugleich verschiebt sich die erste Schwangerschaft zunehmend in Richtung 30 Jahre ‹plus›, während die Zahl der Kinder pro Paar konstant sinkt. Die Frauen stehen in dem Zwiespalt, ihre Karriere verwirklichen zu wollen, ohne dabei auf Kinder zu verzichten. Somit unterliegt auch die bislang traditionelle weibliche Erwerbsbiographie, das sog. Drei-Phasen-Modell (Berufstätigkeit – Familienphase – Wiedereinstieg) einem Wandel: Immer mehr Mütter suchen gleich im Anschluss an die Elternzeit den Weg zurück in den Beruf bzw. das Neben- und Miteinander von Beruf und Familie.

Abb. 1: Blick in die Zukunft: ...älter, gesünder, weniger ...

4.1 Warum familienbewusste Personalpolitik?

Befragt man Unternehmen nach ihrer Motivation, sich für familienbewusste Maßnahmen zu engagieren, so werden als Gründe vor allem eine höhere Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, der Abbau von Stress sowie eine niedrigere Fluktuations- und Krankheitsquote genannt. Daneben versprechen sich Unternehmen Fachkräftebindung, eine leichtere Personalrekrutierung und eine höhere Produktivität.

Das Engagement für familienbewusste Maßnahmen soll das Personalmarketing und das Image verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Denn die Wettbewerbsfähigkeit bundesdeutscher und europäischer Unternehmen hängt auf allen Unternehmensebenen in hohem Maß von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten ab. Wettbewerbsfähigkeit erfordert eine Personalpolitik, die zwischen den Rahmenbedingungen des Marktes und der Gesellschaft, den betrieblichen Anforderungen sowie den Bedürfnissen und Wertvorstellungen der Belegschaft und deren Lebensumfeld vermittelt. Ziel ist es, mit einer Work-Life-Balance-Politik die Produktivität der Humanressourcen zu erhalten und auszubauen.

Unternehmen profitieren von vielen auch in der Familie erworbenen Sozialkompetenzen, wie z. B. Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten. Unternehmer, die diese Tatsachen erkennen und nutzen, indem sie ihre Mitarbeiter/innen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen, erzielen wesentliche Wettbewerbsvorteile.

Abb. 2: Argumente für die Entwicklung von familienbewussten Arbeitgeberinitiativen

Ergebnisse einer mehrjährigen Studie des Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik und der Steinbeis-Hochschule Berlin von 2008 zeigen, dass "familienbewusste Personalpolitik" nichts "Zusätzliches" darstellt, sondern sich sinnvoll mit betrieblich notwendigen Maßnahmen und Umstrukturierungen verknüpfen lässt.

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