Work-Life-Balance als Wettb... / 13.2 Vom Wettbewerb zum Qualitätsstandard

Viele Unternehmen bieten bereits ein breites Spektrum an mitarbeiterorientierten Maßnahmen. Nicht alle Maßnahmen sind jedoch bedarfsgerecht oder im Unternehmen ausreichend bekannt. Hier setzt das Qualitätssiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber der Bertelsmann Stiftung an:

Das Qualitätssiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber der Bertelsmann Stiftung dient der Prüfung, Bewertung und Auszeichnung einer familienbewussten Personalpolitik. In einem schlanken, kostengünstigen Prozess erfasst es den Status quo im Unternehmen, wobei das Hauptaugenmerk auf der Unternehmens- und Führungskultur liegt.

Abb. 21: Ablauf des Prüfverfahrens (Quelle: Bertelsmann Stiftung)

Das Qualitätssiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber beinhaltet die Bewertung des Status quo mittels Arbeitgeberfragebogen und eines kurzen Mitarbeitermeinungsbilds. Geprüft werden die fünf Bereiche "Unternehmens- und Führungskultur", "Kommunikation", "Arbeitsorganisation", "Unterstützungsangebote" sowie "Strategie und Nachhaltigkeit". Erfahrene Prüfer werten die Befragungsergebnisse aus, stellen sie einander gegenüber und präsentieren sie vor Ort. Dabei erörtern sie Besonderheiten, erarbeiten gemeinsam mit dem Betrieb Entwicklungspotenziale und geben praktische Anregungen zur weiteren Umsetzung einer familienbewussten Personalpolitik. Bei Arbeitgebern mit über 500 Beschäftigten werden die Ergebnisse zusätzlich in einem halbtägigen Führungskräfte-Workshop präsentiert und das weitere Vorgehen diskutiert. Jeder Arbeitgeber wird individuell vor dem Hintergrund seiner Betriebsgröße, der branchenspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten sowie den Bedürfnissen der Beschäftigten bewertet. Dieser Ablauf führt erfahrungsgemäß in ein bis drei Monaten zum Siegel, welches die Betriebe für die Dauer von drei Jahren öffentlich führen können. Nach deren Ablauf besteht die Möglichkeit, das Siegel über ein Erneuerungsverfahren zu bestätigen. Erfahrene Prüfer von Fauth-Herkner & Partner haben schon viele Unternehmen bei der Durchführung des Qualitätssiegels Familienfreundlicher Arbeitgeber begleitet. Das anerkannte Prüfverfahren mit definierten Qualitätsstandards ist geeignet für private und öffentliche Arbeitgeber aller Größen und Branchen. Die Betriebe erhalten ein bundesweit anerkanntes Zertifikat als Nachweis von familienfreundlichen Leistungen, mit dem sie sich proaktiv nach außen und nach innen als guter Arbeitgeber darstellen können.

Ein Instrument, mit dem Unternehmen und Verwaltungen eine ganzheitliche Unterstützung bei der Gestaltung eines attraktiven und wettbewerbsfähigen Arbeitsumfelds erhalten, ist das Audit "Zukunftsfähige Unternehmenskultur". Das Audit "Zukunftsfähige Unternehmenskultur" ist ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Es unterstützt Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen jeglicher Größe dabei, ein besseres Arbeitsumfeld zu entwickeln. Hierzu werden in vier personalpolitischen Handlungsfeldern individuelle, betriebsspezifische Aktivitäten im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses umgesetzt. An dessen Ende steht neben einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur vor allem ein wettbewerbsfähiger und für Nachwuchs- und Fachkräfte attraktiver Arbeitgeber.

Als einziges Angebot in Deutschland wird es gemeinsam von Arbeitgeberverbänden, Kammern, Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit sowie Bund und Ländern getragen. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung und Umsetzung von Maßnahmen in den vier INQA-Themenschwerpunkten Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz.

Abb. 22: Themenhaus der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Quelle: www.inqa-audit.de)

Das Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur gliedert sich in zwei einzelne Prozessschritte: den "Einstiegsprozess" und den "Entwicklungsprozess". Betriebe, die erfolgreich den Einstiegsprozess durchlaufen haben, sind bereit, sich mit individueller Schwerpunktsetzung in allen vier Säulen des Audits weiterzuentwickeln. Auf Grundlage einer anonymen Befragung der Beschäftigten und der Unternehmensleitung entwickelt die Audit-Projektgruppe einen realisierbaren Plan, der festlegt, welche Maßnahmen und Aktivitäten nach und nach umgesetzt werden. Steht der Maßnahmenplan, erhält das Unternehmen die Einstiegsurkunde des Audits.

In der zweiten Phase, dem Entwicklungsprozess, werden die selbst festgelegten Maßnahmen umgesetzt. Nach der Umsetzung erfolgt eine abschließende Bewertung durch die Prozessbegleitung, ob und in welcher Qualität die Ziele erreicht wurden. Anhand des Abschlussberichts entscheidet ein Gremium aus Vertretern der Audit-Projektpartner über die Auszeichnung mit der Abschlussurkunde des Audits "Zukunftsfähige Unternehmenskultur".

Der Audit-Prozess dauert je nach Zielvorstellungen und Unternehmensgröße max. 24 Monate. Die Auszeichnung ist zwei Jahre gültig, danach können Arbeitgeber sich reauditieren lassen. Alle Betriebe mit mindestens 10 Beschäftigten können am Audit "Zukunftsfähige Unternehmenskultur" teilnehmen – wichtig ist der Wi...

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