Warum ist ein betriebliches... / 1.1.3 Einführen und Aufrechterhalten

Für die Einführung eines BGM kann das "Ganzheitliche betriebliche Gesundheitsmanagementsystem" (GABEGS:2012) als Leitfaden dienen.

 
Praxis-Tipp

Praktische Hilfen für KMU

Aus der Befragung des BIBB und der BAuA (2018) von ca. 20.000 abhängig Beschäftigten ergeben sich i. W. folgende Schlussfolgerungen:

  • Weniger als die Hälfte der Beschäftigten (44,7 %) bestätigten, dass BGF-Maßnahmen im Unternehmen durchgeführt wurden.
  • Beschäftigte aus kleinen Unternehmen berichten deutlich seltener über BGF-Maßnahmen als Mitarbeiter von Großunternehmen.

Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf für KMU ist also sehr groß: BGF bzw. BGM wird hier häufig nicht umgesetzt, weil Möglichkeiten und Kooperationspartner nicht bekannt und kaum Ressourcen zur Umsetzung vorhanden sind.

Speziell für Kleinst- und Kleinunternehmen gibt es deshalb praktische Hilfen, um Gesundheit im Unternehmen zu fördern, u. a.:

  • AKKu – Arbeitsfähigkeit in kleinen Unternehmen erhalten (arbeitsfähigkeit-erhalten.de),
  • "Gute Arbeit in KMU": Arbeitszufriedenheit und Gesundheit im Unternehmen (offensive-mittelstand.de),
  • GeMit – Gesunder Mittelstand Deutschland (www.inqa.de)
  • "Psychische Faktoren am Arbeitsplatz – Eine schnelle Hilfe zur Selbstanalyse für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter": Basisinformationen, Schnelltest, kurze Fragelisten zur Situation im Unternehmen sowie konkrete Handlungsempfehlungen und Strategien für wirksamen Gesundheitsschutz (BG ETEM).
 
Achtung

Verhaltens- oder Verhältnisprävention?

Häufig finden Gesundheitsmaßnahmen ausschließlich auf der Ebene des Verhaltens statt, also z. B. in Form von Ernährungs-, Fitness- oder Rückenkursen, die dann von Beschäftigten besucht werden, die sich ohnehin bereits gesundheitsbewusst verhalten.

Die gewünschte Wirkung bleibt dann möglicherweise aus, z. B. wenn Beschäftigte Rückenbeschwerden haben, weil sie bei ihrer Tätigkeit Zwangshaltungen einnehmen müssen oder Hebehilfen für den Umgang mit schweren Lasten fehlen.

Ergänzend müssen deshalb im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung auch die Verhältnisse am Arbeitsplatz betrachtet und geeignete Maßnahmen umgesetzt werden: Im Fall von Zwangshaltungen, die nicht zu vermeiden sind, können geeignete Ausgleichsübungen am Arbeitsplatz und ein regelmäßiger Wechsel der Tätigkeit zu einer Verbesserung beitragen. Für das Bewegen schwerer Lasten können Hebehilfen erforderlich sein und zusätzlich sollte der ergonomische Umgang damit trainiert werden.

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