Waren und Rabatte in der En... / Zusammenfassung
 
Überblick

Zuwendungen in Geldeswert, die dem Arbeitnehmer im Rahmen seines Dienstverhältnisses zufließen, zählen unter der Bezeichnung Sachbezüge oder geldwerte Vorteile zum Arbeitslohn. Schwierigkeiten bereitet häufig die Unterscheidung in steuerpflichtige Sachbezüge einerseits und in nicht steuerbare Leistungen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse sowie Aufmerksamkeiten andererseits. Rechnet eine Sachzuwendung zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, schließt sich daran die Frage an, mit welchem Betrag der geldwerte Vorteil der Lohnbesteuerung zu unterwerfen ist. Neben dem Lohnsteuerabzug nach den persönlichen Besteuerungsmerkmalen ist für eine Reihe von Sachbezügen auch eine Pauschalierung der Lohnsteuer möglich. Rabattvorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Waren und Dienstleistungen, die der Betrieb auch Fremden anbietet (sog. Belegschaftsrabatte), sind steuerlich begünstigt. Der Gesetzgeber gewährt einen Bewertungsabschlag von 4 % pro Rabatt und einen Rabattfreibetrag von 1.080 EUR pro Jahr und Dienstverhältnis. Sofern die Voraussetzungen hierfür nicht vorliegen, kann stattdessen eine Rabatt-Freigrenze von 44 EUR monatlich in Anspruch genommen werden.

Grundsätzlich folgt die beitragsrechtliche Beurteilung in der Sozialversicherung dem Steuerrecht. Sind Rabatte im Rahmen des Rabattfreibetrags oder der 44-EUR-Freigrenze steuerfrei, besteht auch Beitragsfreiheit. Besonderheiten gelten aber dann, wenn lohnsteuerpflichtige Rabatte nach bestimmten Rechtsgrundlagen pauschal versteuert werden.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Rechtsgrundlage für die Bewertung von Belegschaftsrabatten ist § 8 Abs. 3 EStG. Liegen die gesetzlichen Voraussetzungen für den Rabattfreibetrag nicht vor, ist die 44-EUR-Freigrenze des § 8 Abs. 2 EStG (kleiner Rabattfreibetrag) zu prüfen. Verwaltungsregelungen zur Anwendung des kleinen Rabattfreibetrags finden sich in R 8.1 Abs. 3 LStR. Die Anweisungen des Richtliniengebers zum "großen Rabattfreibetrag" sind in R 8.2 LStR enthalten. Ergänzende Regelungen enthält das BMF-Schreiben v. 16.5.2013, IV C 5 – S 2334/07/0011, BStBl 2013 I S. 729, zuletzt geändert durch BMF-Schreiben v. 11.2.2021, IV C 5 – S 2334/19/10024 : 003. Grundsätze zur Abgrenzung von steuerfreien Leistungen im ganz überwiegend betrieblichen Interesse ergeben sich aus H 19.3 LStH "Allgemeines zum Arbeitslohnbegriff". Die steuerfreien Aufmerksamkeiten sind abschließend in R 19.6 LStR aufgezählt. Ob für Sachbezüge gesetzliche Steuerbefreiungen in Frage kommen, entscheidet sich nach der Katalogvorschrift des § 3 EStG.

Sozialversicherung: Die Beitragsfreiheit von Rabatten ergibt sich aus § 1 Abs. 1 SvEV. Werden Rabatte beitragspflichtig, ist der sozialversicherungsrechtlich anzusetzende Durchschnittswert entsprechend der in § 3 SvEV enthaltenen Vorgaben zu ermitteln.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge