Vorgesetztenbeurteilung zie... / 3.3 Die Potenzialbeurteilung

Die Potenzialbeurteilung ist der zukunftsorientierte und damit wichtigste Teil der Beurteilung. Für personalpolitische Entscheidungen ist nicht nur die Frage entscheidend, in welchem Umfang und wie gut ein Vorgesetzter seine Management- und Führungsaufgaben erledigt, sondern ob er auch noch weiteres Entwicklungs- und Aufstiegspotenzial besitzt. Diese schwierige Einschätzung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Beobachtung, Beurteilung und Bewertung durch den nächst höheren Vorgesetzten (Abwärtsbeurteilung)
  • Beurteilung im Rahmen von Assessment- bzw. Development-Centern (in der Regel für Führungsnachwuchskräfte und [jüngere] Führungskräfte der unteren Ebenen). Voraussetzung hierfür ist, dass genügend Kandidaten zur Verfügung stehen; für einzelne Führungskräfte sind auch Einzel-Assessments möglich[1])
  • Beurteilung durch Dritte (z. B. durch Coachs, externe Berater, Trainer)
  • Beurteilung durch Kollegen und Gleichgestellte (sog. "Peers rating")
  • Beurteilung durch die Mitarbeiter oder durch unterstellte Vorgesetzte (Aufwärtsbeurteilung)
  • Selbsteinschätzung der Betroffenen

Als besonders treffsicher gelten die Urteile von Kollegen und Gleichgestellten (Peers ratings), vor allem, wenn diese über einen längeren Zeitraum in gemeinsamen Veranstaltungen (z. B. Traineeprogrammen, Führungsnachwuchsprogrammen, Entwicklungsprogrammen, Seminaren, Arbeits- und Projektgruppen) zusammengearbeitet haben. Ein besonders hoher Genauigkeitsgrad wird den Urteilen über Intelligenz, Anstrengungsbereitschaft, Arbeitsleistung, Kollegialität, Potenzial und Karrierechancen beigemessen.

Ebenfalls von hohem Erkenntniswert sind Beurteilungen durch direkt Unterstellte (Mitarbeiter oder Vorgesetzte). Dies gilt in erster Linie für den Bereich der Führung, aber auch für den Managementbereich (Fach- und Methodenkompetenz). Gerade Mitarbeiter können durch ihr Feedback dazu beitragen, dass ihre Vorgesetzten von sich selbst (insbesondere von ihrer Wirkung auf andere) ein realistischeres Bild bekommen. Deren Selbsteinschätzungen können wegen des "blinden Flecks" durch verschiedene Feedbacksysteme[2] ergänzt werden. Ohnehin empfiehlt sich eine Bündelung der o. g. Möglichkeiten, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.

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