Versorgungsbezüge / 5 Weitergabe des Versorgungsbezugs an Miterben

Erhält ein Miterbe nach dem Tod des Arbeitnehmers die für mehrere Erben bestimmten Versorgungsbezüge, sind die weitergegebenen Beträge im Kalenderjahr negative Einnahmen. Für die Berechnung der negativen Einnahmen ist zunächst vom Bruttobetrag der an die anderen Anspruchsberechtigten weitergegebenen Beträge auszugehen; anschließend ist dieser Bruttobetrag zu kürzen um den Unterschied zwischen dem beim Lohnsteuerabzug berücksichtigten Versorgungsfreibetrag und dem Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag und den auf den verbleibenden Anteil des Zahlungsempfängers entfallenden Freibeträgen für Versorgungsbezüge.[1]

 
Praxis-Beispiel

Weitergabe des Versorgungsbezugs an Miterben in 2020

Nach dem Tod einer Arbeitnehmerin erhalten der Witwer und die 3 Kinder ein Sterbegeld von insgesamt 2.000 EUR. Der Arbeitgeber zahlt den Versorgungsbezug an den Witwer aus und versteuert diesen nach dessen ELStAM. Der Witwer gibt an jedes Kind 500 EUR des Sterbegelds weiter. Für das Jahr 2020 ergibt sich für den Witwer folgender steuerpflichtiger Versorgungsbezug:

 
Versorgungsbezüge 2.000 EUR
Abzgl. Versorgungsfreibetrag (16,0 % v. 2.000 EUR) - 320 EUR
Abzgl. Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag - 360 EUR
Lohnsteuerpflichtige Versorgungsbezüge 1.320 EUR

Ergebnis: Durch die Weitergabe des Sterbegelds an die Kinder verbleibt dem Witwer ein Anteil an den Versorgungsbezügen von 500 EUR. Hierauf entfällt ein Versorgungsfreibetrag von 80 EUR (16,0 % v. 500 EUR) zuzüglich eines Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag von 360 EUR.

 
Versorgungsbezüge 500 EUR
Abzgl. Versorgungsfreibetrag (16,0 % v. 500 EUR) - 80 EUR
Abzgl. Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag i. H. v. 360 EUR, max. - 360 EUR
Lohnsteuerpflichtige Versorgungsbezüge 60 EUR

Bei dem Witwer sind in 2020 negative Einnahmen aus Versorgungsbezügen von 1.260 EUR (1.320 EUR – 60 EUR) anzusetzen.

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