Vermögensbeteiligung / Sozialversicherung

1 Allgemeines

Vermögensbeteiligungen gehören grundsätzlich zu den geldwerten Vorteilen, von denen Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind.

Zu den verschiedenen Formen von Vermögensbeteiligungen gehören u. a.

  • Aktienoptionen (Stock Options)
  • Aktienüberlassung und sonstige Vermögensbeteiligung
  • Tantiemen (Einmalzahlungen)
  • Provisionen (Einmalzahlungen)

Vermögensbeteiligungen oder Mitarbeiterkapitalbeteiligungen können in beschränktem Umfang analog der steuerrechtlichen Vorschriften beitragsfrei sein.

2 Voraussetzungen für die Sozialversicherungsfreiheit

Eine Mitarbeiterbeteiligung bis zu einer Höhe von 360 EUR ist beitragsfrei in der Sozialversicherung, wenn sie

  • als freiwillige Leistung
  • zusätzlich zum ohnehin vom Arbeitgeber geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird und
  • nicht auf bestehende oder künftige Ansprüche angerechnet wird.

3 Besondere Provisionsformen bei der Mitarbeiterbeteiligung

Beschäftigte in Kaufhäusern

Einige Kaufhäuser zahlen ihren Verkäufern für ihren Anteil am Geschäftserfolg eine "Partnerschaftsvergütung". Die Vergütung wird vorwiegend halbjährlich in "Partnerschaftsvergütungs-Perioden" abgerechnet. Diese Partnerschaftsvergütung gehört zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Es handelt sich um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt .

Beschäftigte in Krankenhäusern

Nach den in einzelnen Bundesländern vorgesehenen Regelungen sind die ärztlichen Mitarbeiter eines Krankenhauses an den Liquidationseinnahmen der zur privaten Liquidation berechtigten Ärzte angemessen zu beteiligen. Zu diesem Zweck wird bei den Krankenhäusern ein Mitarbeiterfonds eingerichtet, an den die liquidationsberechtigten Ärzte einen bestimmten Betrag ihrer Liquidationseinnahmen abzuführen haben. Zur Beitragspflicht von Liquidationseinnahmen sind besondere Regelungen zu berücksichtigen.

4 Finanzierung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen durch Entgeltumwandlung

Mitarbeiterbeteiligungen sind nur dann bis zu einer Höhe von 360 EUR beitragsfrei, wenn es sich um freiwillige, zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers handelt. Darüber hinaus ist die Beitragsfreiheit im Zusammenhang mit Entgeltumwandlungen auf Zukunftssicherungsleistungen beschränkt.

Eine Mitarbeiterbeteiligung aus einer Entgeltumwandlung, also aus Entgeltbestandteilen, die dem Beschäftigten ohnehin – arbeitsvertraglich oder tarifvertraglich - zustehen, ist nicht zulässig. Hier besteht also keine Übereinstimmung zwischen Steuerrecht und Beitragsrecht in der Sozialversicherung.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge