Vergütungsoptimierung durch... / 4 Umwandelbare Bezüge

4.1 Übrige Maßnahmen zur betrieblichen Altersvorsorge

Wird der Arbeitslohn zugunsten einer wertgleichen Pensionszusage herabgesetzt, fließt dem Mitarbeiter insoweit während seiner aktiven Arbeitszeit steuerpflichtiger Arbeitslohn nicht zu. Durch eine solche Verlagerung des Lohnsteuerabzugs in die Zeit des Ruhestands (nachgelagerte Besteuerung) kann eine Steuerstundung eintreten. Arbeitsrechtlich liegt eine durch Gehaltsumwandlung finanzierte betriebliche Altersversorgung vor, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren, künftige Arbeitslohnansprüche zugunsten einer wertgleichen Anwartschaft auf betriebliche Versorgungsleistungen herabzusetzen.

Voraussetzung zur steuerlichen Anerkennung der Gehaltsumwandlung ist, dass die Versorgungsleistungen zur Absicherung mindestens eines biologischen Risikos (Alter, Tod, Invalidität) des Arbeitnehmers zusagt und erst bei Eintritt des Ereignisses fällig werden. Steuerlich wird eine Gehaltsumwandlung von Arbeitslohn zugunsten von betrieblichen Altersversorgungsleistungen auch dann anerkannt, wenn bereits erdiente, aber noch nicht fällig gewordene Anteile des Arbeitslohns umgewandelt werden.

Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung

Als Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung kommen die Direktzusage, die Unterstützungskasse, die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds in Betracht. Bei Direktzusage und Unterstützungskasse kommt es durch Entgeltumwandlung nicht zum Zufluss von Arbeitslohn. In der Sozialversicherung sind diese Bezüge jedoch nur bis zur Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze kein Arbeitsentgelt (2021: 3.408 EUR jährlich, 284 EUR monatlich).[1] Beiträge des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverhältnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung bleiben steuerfrei, soweit die Beiträge im Kalenderjahr 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) nicht übersteigen (2021: 6.816 EUR jährlich, 568 EUR monatlich). In der Sozialversicherung sind auch hier lediglich 4 % der Beitragsbemessungsgrenze beitragsfrei.[2]

4.2 Privatnutzung von PC & Co.

Steuerfrei bleiben die Vorteile aus der privaten Nutzung betrieblicher Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräte sowie deren Zubehör. Ebenso die geldwerten Vorteile aus zur privaten Nutzung überlassenen System- und Anwendungsprogrammen, die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt, und aus den im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen erbrachten Dienstleistungen.[1]

Die Privatnutzung betrieblicher Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräte durch den Arbeitnehmer ist unabhängig vom Verhältnis der beruflichen zur privaten Nutzung steuerfrei. Die Steuerbefreiung ist nicht auf die private Nutzung im Betrieb beschränkt, sondern gilt beispielsweise auch für Mobiltelefone im Auto oder die Computernutzung zu Hause.[2] Im Rahmen einer steuerfreien Nutzungsüberlassung sind auch die vom Arbeitgeber getragenen Verbindungsentgelte (Grundgebühr und sonstige laufende Kosten) steuerfrei.

Arbeitgeber muss Eigentümer bleiben

Die Privatnutzung durch den Arbeitnehmer bleibt aber nur steuerfrei, wenn der Arbeitgeber mindestens das wirtschaftliche Eigentum an den überlassenen Geräten behält.

Für die Steuerfreiheit kommt es nicht darauf an, ob die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn oder aufgrund einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über die Herabsetzung von Arbeitslohn erbracht werden.

 
Achtung

Beitragsfreiheit gilt nicht analog zur Steuerfreiheit

Sozialversicherungsrechtlich kann nicht ohne Weiteres Beitragsfreiheit angenommen werden. Hier müssen zusätzliche Kriterien beachtet werden.[3]

Steuerfreier pauschaler Auslagenersatz ohne Einzelnachweis

Fallen erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telekommunikationsaufwendungen an, können ohne Einzelnachweis des beruflich veranlassten Anteils bis zu 20 % des Rechnungsbetrags, höchstens 20 EUR monatlich, steuerfrei erstattet werden. Zur weiteren Vereinfachung kann der monatliche Durchschnittsbetrag, der sich aus den Rechnungsbeträgen für einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten ergibt, für den pauschalen Auslagenersatz fortgeführt werden.[4]

4.3 Restaurantschecks

Der Arbeitgeber kann Mitarbeitern unter Abänderung des Arbeitsvertrags durch Entgeltumwandlung anstelle des bisherigen Barlohns arbeitstägliche Essensschecks zuwenden. Die Schecks müssen nicht zusätzlich zum eigentlich geschuldeten Arbeitslohn ausgegeben werden.

 
Achtung

Abweichende Regelung in der Sozialversicherung

In der Sozialversicherung ist jedoch zu beachten, dass eine Umwandlung von Tariflohn das beitragspflichtige Arbeitsentgelt nicht mindert. Übertarifliche Zahlungen können jedoch auch in der Sozialversicherung unter bestimmten Voraussetzungen wirksam umgewandelt werden.[1]

Die Ausgabe von arbeitstäglichen Essenmarken oder Restaurantschecks durch den Arbeitgeber, die von einer Gaststätte oder vergleichbaren Annahmestelle bei der Abgabe einer Mah...

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