Verbandbuch

Zusammenfassung

 

Begriff

Jede Erste-Hilfe-Leistung muss aufgezeichnet und diese Dokumentation 5 Jahre aufbewahrt werden. Das Verbandbuch ist die am häufigsten verwendete Form.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

  • § 24 DGUV-V 1 "Grundsätze der Prävention"
  • DGUV-I 204-020 "Verbandbuch"

1 Dokumentationspflichten

§ 24 DGUV-V 1 "Grundsätze der Prävention" fordert, dass jede Erste-Hilfe-Leistung dokumentiert wird. Dabei sind folgende Angaben zu erfassen, die die Erste-Hilfe-Leistung nachvollziehbar machen:

  • Angaben zum Unfallereignis: Zeitpunkt, Ort (Unternehmensteil), Unfallhergang bzw. Hergang des Gesundheitsschadens und Art und Umfang von Verletzung oder Erkrankung.
  • Angaben zur Erste-Hilfe-Leistung: Zeitpunkt, Art und Weise der Erste-Hilfe-Maßnahme, Name des Versicherten (Verletzten), Name(n) von Zeugen, Namen der Personen, die Erste Hilfe geleistet haben.

Weiterhin wird gefordert, dass diese Daten für die Dauer von fünf Jahren wie Personalunterlagen aufbewahrt werden.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 24 DGUV-V 1 zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann.

Die letzten beiden Absätze verdeutlichen, dass jede beliebige Form der Dokumentation möglich ist (Schmierzettel, Karteikarte, Schichttagebuch, Dokumentation im Rahmen der elektronischen Datenverarbeitung (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, EDV-Anwendung)), aber als Nachweis u. U. nicht praxistauglich ist. Daher haben die Berufsgenossenschaften Musterlösungen zur Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen geschaffen, die sich als Nachweis durchgesetzt haben (DGUV-I 204-020).

Das kleine Verbandbuch eignet sich z. B. zur Aufbewahrung im Verbandskasten, während das große Verbandbuch in ständig besetzten Sanitätsstationen verwendet wird. Vorteil dieser Verbandbücher ist, dass die erforderlichen Daten tabellarisch erfasst werden können. Die Heftform (DIN A5 oder kleiner) des kleinen Verbandbuches oder die Kladdenform (DIN A4) des großen Verbandbuches tragen dazu bei, dass die Dokumentation nicht so leicht abhanden kommt.

Im kleinen Verbandbuch können (je nach Ausgabe) mehr als 100 Erste-Hilfe-Maßnahmen dokumentiert werden. Ist dies zweckmäßig? Eigentlich ist es das nicht. Es ist schon zu beobachten, dass teilweise kleine Verbandbücher in Form gefalteter Einzelblätter von Berufsgenossenschaften erhältlich sind. Dies eignet sich besonders dann, wenn Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgen. Derartig kleine Verbandbücher sind schneller gefüllt, und können dann auch einer Archivierung zugeführt werden (z. B. Aufbewahrung im Personalbüro).

2 Verbesserung der Sicherheitsarbeit durch Auswertung der Verbandbücher

Verbandbücher oder gleichwertige Dokumentationen sollten als Teil einer erfolgreichen Sicherheitsarbeit regelmäßig ausgewertet werden. Die darin enthaltenen Eintragungen sind die Nachweise über Gefährdungen mit Verletzungsfolge im Betrieb. Besonders in Bereichen mit einem hohen Anteil manueller Tätigkeiten sind Verbandbucheintragungen häufig anzutreffen.

Damit es zu einer umfassenden Auswertung kommen kann, sollten auch Verletzungen dokumentiert werden, bei denen eine Erste-Hilfe-Leistung nicht erfolgt ist. So können Prellungen hier auch in einem Verbandbuch eingetragen werden. Dies dient als Nachweis bei einer späteren Ausfallzeit.

Die Auswertung kann z. B. zu Maßnahmen führen, damit Bagatellverletzungen sich nicht ständig wiederholen. Oft reichen nämlich geringfügige Änderungen am Unfallhergang aus, damit aus einer Bagatellverletzung ein Unfall mit einer langen Ausfallzeit wird.

Eine Unfallanzeige ist der Nachweis über den Eintritt von Unfällen mit langer Ausfallzeit. Das Ausfüllen der Unfallanzeige entbindet nicht von der allgemeinen Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistung. Über eine Unfallanzeige müssen die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt in Kenntnis gesetzt werden. An Verbandbucheintragungen kommt man hingegen nur durch aktives Handeln z. B. im Rahmen von Bereichsinspektionen. Die Auswertung von Verbandbucheintragungen kann dazu beitragen, Fehlzeiten zukünftig zu verringern. Dadurch sinkt indirekt auch die Anzahl der meldepflichtigen Unfälle.

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