Übergangsbereich: Beitragsb... / 6 Beitragsberechnung und Tragung

Werden mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse ausgeübt, sind die Bestimmungen über den Übergangsbereich in allen Beschäftigungen anzuwenden, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt aus diesen Beschäftigungen in der Summe innerhalb des Übergangsbereichs liegt. Das Übergangsbereichsentgelt kann aber nicht ohne Modifikation der Übergangsbereichsformel errechnet werden. Denn der Abschlag, der sich aus der Übergangsbereichsformel ergibt, kann im Rahmen einer Gesamtbetrachtung nur einmal in Anspruch genommen werden und nicht pro Beschäftigungsverhältnis. Das für das einzelne Beschäftigungsverhältnis maßgebende Entgelt im Übergangsbereich ist demnach entsprechend dem Verhältnis des Einzelarbeitsentgelts zum Gesamtarbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs zu berechnen.

In diesen Fällen berechnet sich die beitragspflichtige Einnahme nach der vereinfachten Übergangsbereichsformel wie folgt:

 

(1,1298647 × GAE – 168,8241176) × EAE

GAE

EAE = Einzelarbeitsentgelt

GAE = Gesamtarbeitsentgelt

Das Ergebnis der Berechnung ist auf 2 Dezimalstellen zu runden.

 
Praxis-Beispiel

Beitragsberechnung bei mehreren Beschäftigungen

Beschäftigung A: mtl. Arbeitsentgelt 300 EUR

Beschäftigung B: mtl. Arbeitsentgelt 350 EUR

Gesamtarbeitsentgelt 650 EUR (= Übergangsbereichsfall)

Ermittlung des Übergangsbereichsentgelts:

 
Arbeitgeber A = (1,1298647 × 650 – 168,8241176) × 300 = 261,04 EUR
650
Arbeitgeber B = (1,1298647 × 650 – 168,8241176) × 350 = 304,55 EUR
650

In Fällen der Mehrfachbeschäftigung werden die Regelungen des § 2 Abs. 2 Satz 4 BVV (Ermittlung des Entgelts im Übergangsbereich nach dem niedrigsten Übergangsbereichsfaktor – seit 1.1.2020 = 0,7547) nicht angewendet, obwohl das Einzelentgelt weniger als 450,01 EUR beträgt. Entscheidend ist vielmehr, dass das Gesamtentgelt innerhalb des Übergangsbereichs liegt. Ferner wird die Verhältnisberechnung zur Ermittlung des Entgelts im Übergangsbereich in der einzelnen Beschäftigung nicht beeinflusst, wenn in den Beschäftigungsverhältnissen in einzelnen Versicherungszweigen unterschiedliche Sachverhalte zu berücksichtigen sind.

6.1 Teilabrechnungszeiträume

In Fällen, in denen eine Mehrfachbeschäftigung innerhalb des Übergangsbereichs im Laufe eines Monats beginnt oder endet, ist aus dem tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelt grundsätzlich der – fiktive – Monatsbetrag zu ermitteln.[1] Dies gilt auch dann, wenn bereits eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt wird, zu der im Laufe eines Monats eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung hinzutritt. Allerdings wird zur konkreten Ermittlung des beitragspflichtigen Entgelts auf die Ermittlung des – fiktiven – Monatsentgelts in der neu aufgenommenen Beschäftigung verzichtet. Die Hochrechnung des Gesamtentgelts auf den vollen Kalendermonat entfällt aus Vereinfachungsgründen. Dies gilt auch dann, wenn im Laufe eines Monats eine versicherungspflichtige Beschäftigung endet und dadurch die Voraussetzungen einer Mehrfachbeschäftigung innerhalb des Übergangsbereichs enden.

6.2 Berücksichtigung von Einmalzahlungen

In den Fällen, in denen der Arbeitgeber eine Einmalzahlung leistet, fließt die Einmalzahlung in das Gesamtentgelt ein, das dann für die Verhältnisberechnung heranzuziehen ist.

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