Übergangsbereich: Beitragsb... / 2.2 Teilmonate

Wird das Arbeitsentgelt nicht für einen ganzen Monat gezahlt (z. B. wegen Beginn oder Ende einer Beschäftigung im Laufe eines Monats), ist das Teilentgelt zunächst auf den Monat hochzurechnen. Von diesem Monatsentgelt wird das maßgebende Übergangsbereichsentgelt ermittelt. Dieses Übergangsbereichsentgelt wird mit der Anzahl der Tage multipliziert, für die die Beiträge zu berechnen sind (Beitragstage), und durch 30 dividiert.

Vereinfacht: Übergangsbereichsentgelt x Beitragstage : 30

 
Praxis-Beispiel

Beitragspflichtige Einnahmen

Ende der Beschäftigung am 21.10.2020. Für den Monat Oktober erhält der Arbeitnehmer noch Arbeitsentgelt in Höhe von brutto 434 EUR für 21 Tage.

Zunächst ist somit fiktiv das volle Monatsbrutto zu ermitteln, es beläuft sich auf (434 × 30 : 21 =) 620 EUR.

Daraus ergibt sich ein fiktives Übergangsbereichsentgelt nach der vereinfachten Formel:

1,1298647 × 620 – 168,8241176 = 531,70 EUR.

Dieser Betrag ist nun wieder auf den Teilmonat herunterzubrechen. Das Teilmonats-Übergangsbereichsentgelt beträgt (531,70 × 21 : 30 =) 372,19 EUR.

2.2.1 Teilabrechnungszeitraum und Einmalzahlung

Wird in dem Teilentgeltabrechnungszeitraum eine Einmalzahlung erzielt, gilt Folgendes:

Zunächst ist die fiktive monatliche beitragspflichtige Einnahme auf der Basis des fiktiven vollen monatlichen Arbeitsentgelts zu ermitteln und dann die Einmalzahlung hinzuzurechnen. Ausgehend von dieser Summe wird dann das maßgebliche Übergangsbereichsentgelt ermittelt. Bleibt die Summe des fiktiven monatlichen Arbeitsentgelts und der Einmalzahlung innerhalb des Übergangsbereichs, wird hiernach die für die entsprechenden Kalendertage anteilige beitragspflichtige Einnahme berechnet. Überschreitet das nach der Fiktivberechnung ermittelte Arbeitsentgelt die Übergangsbereichsobergrenze, sind die Beiträge nach dem tatsächlichen Teilentgelt plus Einmalzahlung zu berechnen, der Übergangsbereich wird nicht angewendet.

 
Praxis-Beispiel

Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen bei Teilmonaten und Einmalzahlungen

Regelmäßiges mtl. Arbeitsentgelt = 1.200 EUR

Beendigung der Beschäftigung am 20.10.2020

anteiliges Arbeitsentgelt = 800 EUR

Einmalzahlung im Oktober = 100 EUR

mtl. beitragspflichtige Einnahme = 1,12986476 x (1.200 + 100) – 168,8241176 = 1.300 EUR

anteilige beitragspflichtige Einnahme

vom 1.10. bis 20.10. 2020 = 1.300 x 20 : 30 = 866,67 EUR

Würde die Einmalzahlung 300 EUR betragen, läge kein Übergangsbereichsfall mehr vor, weil das fiktive Arbeitsentgelt (1.200 EUR) und die Einmalzahlung (300 EUR) im Ergebnis (1.500 EUR) den Übergangsbereich bereits überschreiten. Insoweit sind zwar das Teilentgelt von 800 EUR und die Einmalzahlung von 300 EUR zu addieren, sodass ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt für den Teilzeitraum von 20 Tagen von insgesamt 1.100 EUR vorliegt. Die Beiträge wären aber nach diesem Betrag zu berechnen und jeweils hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen, weil der Übergangsbereich durch die vorgeschaltete Fiktivberechnung überschritten wird.

Bei Teilmonatsberechnungen mit nur wenigen Beschäftigungs- bzw. Sozialversicherungstagen und gleichzeitiger Einmalzahlung kann es im Einzelfall sogar dazu kommen, dass gar keine Arbeitnehmer-Beitragsanteile abzuführen sind.[1]

2.2.2 Keine besondere Übergangsbereichsberechnung bei unbezahltem Urlaub

Bei einem unbezahlten Urlaub gilt eine Beschäftigung als fortbestehend, solange der Anspruch auf Arbeitsentgelt ruht, jedoch längstens für einen Monat. Diese Zeiten der Arbeitsunterbrechung mit ruhendem Anspruch auf Arbeitsentgelt sind keine beitragsfreien, sondern dem Grunde nach beitragspflichtige Zeiten. Dies bedeutet, dass für Zeiträume von Arbeitsunterbrechungen wegen unbezahlten Urlaubs bis zu einem Monat SV-Tage anzusetzen sind. In Übergangsbereichsfällen ist deshalb keine Hochrechnung zur Ermittlung der anteiligen beitragspflichtigen Einnahme erforderlich, wenn keine Kürzung der SV-Tage vorgenommen wird. Hieraus folgt, dass bei einem unbezahlten Urlaub von nicht länger als einem Monat das tatsächlich erzielte (Rest-)Arbeitsentgelt als monatliches Arbeitsentgelt anzusehen ist.

 
Praxis-Beispiel

Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen bei Zeiten ohne Arbeitsentgelt

 
monatliches Arbeitsentgelt 750,00 EUR
unbezahlter Urlaub vom 21.9. – 30.9.
SV-Tage im September 30 Tage
tatsächliches anteiliges Arbeitsentgelt (20/30 von 750 EUR =) 500,00 EUR
Übergangsbereichsentgelt (1,1298647 × 500 EUR – 168,8241176 =) 396,11 EUR

2.2.3 Beschränkung der Beiträge auf den Arbeitgeberanteil

Für die Berechnung der Beiträge in den Fällen des Übergangsbereichs gilt bei Teilmonaten eine Besonderheit: Nach dieser ist der insgesamt zu zahlende Beitrag auf den Arbeitgeberbeitragsanteil reduziert. Reduziert ist er jedoch nur dann, wenn der Arbeitgeberbeitragsanteil höher ist als der auf der Basis der beitragspflichtigen Einnahme resultierende Beitrag zu den einzelnen Versicherungszweigen. Dies ist immer dann der Fall, weil nur für wenige Tage des Monats Arbeitsentgelt und ggf. noch eine Einmalzahlung gewährt wird.

 
Praxis-Beispiel

Beschränkung der Beiträge auf den Arbeitgeberanteil

Ein Arbeitnehmer erzielt ein monatliches Arbeitsentgelt von 600...

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