Übergangsbereich: Beitragsb... / 2 Beitragsberechnung

Bei Arbeitnehmern, die gegen ein monatliches Arbeitsentgelt innerhalb des Übergangsbereichs beschäftigt sind, wird in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung für die Berechnung des Beitrags als beitragspflichtige Einnahme nicht das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt zugrunde gelegt. Es wird eine abgesenkte besondere Beitragsbemessungsgrundlage ermittelt.

 

Wichtig

Berücksichtigung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes

Für die Ermittlung des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes ist der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der Krankenversicherung in Höhe von 0,9 % im Jahr 2019 zu berücksichtigen.

Kinderlose zahlen in der Pflegeversicherung einen Beitragszuschlag von 0,25 %. Dieser Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung wird bei der Ermittlung des durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes nicht berücksichtigt.

Der durchschnittliche Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz und der Faktor F sind vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bis zum 31.12. eines Jahres für das folgende Kalenderjahr im Bundesanzeiger bekannt zu geben. Der Arbeitgeber braucht diese Formel demnach nicht selbst umzurechnen bzw. den Faktor zu ermitteln. Die Sozialversicherungsträger bzw. die Krankenkassen geben die anzuwendende Formel jeweils rechtzeitig bekannt.

Seit dem 1.1.2019 beträgt der durchschnittliche Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz (14,6 % + 3,05 % + 18,6 % + 2,5 % + 0,9 % =) 39,65 % und der Faktor F 0,7566 (30 ./. 39,65 %).

2.1 Vereinfachte Übergangsbereichsformel

Die Übergangsbereichsformel kann ab 1.7.2019 wie folgt vereinfacht werden:

beitragspflichtige Einnahme = 1,1288588 x AE (Arbeitsentgelt) – 167,5164706

Der Faktor, der nach der vorgenannten Formel ermittelt wurde, bleibt unverändert, selbst wenn der Arbeitnehmer in einem oder mehreren Versicherungszweigen versicherungsfrei ist. In der Formel wird u. a. der Beitragssatz für die allgemeine Rentenversicherung zugrunde gelegt. Sie gilt auch wenn der Arbeitnehmer in der knappschaftlichen Rentenversicherung versichert ist.

Die reduzierte beitragspflichtige Einnahme wird auch als Übergangsbereichsentgelt bezeichnet.

2.2 Teilmonate

Wird das Arbeitsentgelt nicht für einen ganzen Monat gezahlt (z. B. wegen Beginn oder Ende einer Beschäftigung im Laufe eines Monats), ist das Teilentgelt zunächst auf den Monat hochzurechnen. Von diesem Monatsentgelt wird das maßgebende Übergangsbereichsentgelt ermittelt. Dieses Übergangsbereichsentgelt wird mit der Anzahl der Tage multipliziert, für die die Beiträge zu berechnen sind (Beitragstage), und durch 30 dividiert.

Vereinfacht: Übergangsbereichsentgelt x Beitragstage : 30

 

Praxis-Beispiel

Beitragspflichtige Einnahmen

Ende der Beschäftigung am 21.10.2019. Für den Monat Oktober erhält der Arbeitnehmer noch Arbeitsentgelt in Höhe von brutto 434 EUR für 21 Tage.

Zunächst ist somit fiktiv das volle Monatsbrutto zu ermitteln, es beläuft sich auf (434 × 30 : 21 =) 620 EUR.

Daraus ergibt sich ein fiktives Übergangsbereichsentgelt nach der vereinfachten Formel:

1,1288588 × 620 – 167,5164706 = 532,38 EUR.

Dieser Betrag ist nun wieder auf den Teilmonat herunterzubrechen. Das Teilmonats-Übergangsbereichsentgelt beträgt (532,38 × 21 : 30 =) 372,67 EUR.

2.2.1 Teilabrechnungszeitraum und Einmalzahlung

Wird in dem Teilentgeltabrechnungszeitraum eine Einmalzahlung erzielt, gilt Folgendes:

Zunächst ist die fiktive monatliche beitragspflichtige Einnahme auf der Basis des fiktiven vollen monatlichen Arbeitsentgelts zu ermitteln und dann die Einmalzahlung hinzuzurechnen. Ausgehend von dieser Summe wird dann das maßgebliche Übergangsbereichsentgelt ermittelt. Bleibt die Summe des fiktiven monatlichen Arbeitsentgelts und der Einmalzahlung innerhalb des Übergangsbereichs, wird hiernach die für die entsprechenden Kalendertage anteilige beitragspflichtige Einnahme berechnet. Überschreitet das nach der Fiktivberechnung ermittelte Arbeitsentgelt die Übergangsbereichsobergrenze, sind die Beiträge nach dem tatsächlichen Teilentgelt plus Einmalzahlung zu berechnen, der Übergangsbereich wird nicht angewendet.

 

Praxis-Beispiel

Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen bei Teilmonaten und Einmalzahlungen

Regelmäßiges mtl. Arbeitsentgelt = 1.200 EUR

Beendigung der Beschäftigung am 20.10.2019

anteiliges Arbeitsentgelt = 800 EUR

Einmalzahlung im Oktober = 100 EUR

mtl. beitragspflichtige Einnahme = 1,1288588 x (1.200 + 100) – 167,5164706 = 1.300,00 EUR

anteilige beitragspflichtige Einnahme

vom 1.10. bis 20.10. 2019 = 1.300,00 x 20 : 30 = 866,67 EUR

Würde die Einmalzahlung 300 EUR betragen, läge kein Übergangsbereichsfall mehr vor, weil das fiktive Arbeitsentgelt (1.200 EUR) und die Einmalzahlung (300 EUR) im Ergebnis (1.500 EUR) den Übergangsbereich bereits überschreiten. Insoweit sind zwar das Teilentgelt von 800 EUR und die Einmalzahlung von 300 EUR zu addieren, sodass ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt für den Teilzeitraum von 20 Tagen von insgesamt 1.100 EUR vorliegt. Die Beiträge wären aber nach diesem Betrag zu berechnen und jeweils hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen, weil der Übergangsbereich durch die vorgeschaltete F...

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