Thüsing/Rachor/Lembke , KSc... / 1 Allgemeines
 

Rz. 1

Nach § 2 Abs. 4 AGG gelten für Kündigungen ausschließlich die Bestimmungen zum allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz. Demnach dürften die Diskriminierungsverbote des AGG in Bezug auf Kündigungssachverhalte grds. keine Rolle spielen. Für solche Kündigungen, auf die das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet, d. h. insbesondere in Kleinbetrieben, gilt dieser Ausschluss jedenfalls nicht; hier wendet das BAG das AGG vollumfänglich, inklusive der Beweiserleichterung des § 22 AGG, an (BAG, Urteil v. 23.7.2015, 6 AZR 457/14[1]; BAG, Urteil v. 19.12.2013, 6 AZR 190/12[2]; LAG Köln, Urteil v. 17.1.2020, 4 Sa 862/17[3]). Eine Kündigung im Kleinbetrieb oder in der Wartezeit, die aus einem der in § 1 AGG genannten Gründe diskriminiert, ist also unmittelbar am Maßstab des AGG zu messen (BAG, Urteil v. 19.12.2013, 6 AZR 190/12[4]; LAG Köln, Urteil v. 15.5.2020, 4 Sa 693/19[5]; LAG Hamm, Urteil v. 10.1.2019, 11 Sa 505/18[6]).

[1] AP Nr. 7 zu § 7 AGG.
[2] NZA 2014 S. 372.
[3] BeckRS 2020, 10709; s. hierzu auch Bauer/von Medem, NJW 2016, S. 210, 211.
[4] NZA 2014 S. 372.
[5] BeckRS 2020, 16165
[6] BeckRS 2019, 9586.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge