Telearbeitsplatz / 4 Arbeitsschutz

Der Arbeitgeber ist für die Arbeitsbedingungen in seinem Unternehmen verantwortlich, auch für die Telearbeitsplätze gem. §§ 1 und § 2 ArbStättV, die nicht in der Betriebsstätte untergebracht sind.

4.1 Sicherheit und Gesundheit

Der Arbeitgeber muss einen Telearbeitsplatz wie jeden Büroarbeitsplatz ergonomisch und nach den gesetzlichen Bestimmungen im häuslichen Umfeld seines Mitarbeiters einrichten. Neben der Finanzierung des Büros muss er auch für die Sicherheit und Gesundheit sorgen. Die Telearbeit ist erst dann eingerichtet, wenn sie "arbeitsvertraglich oder im Rahmen einer Vereinbarung" festgelegt und die Ausstattung mit Mobiliar und Arbeitsmitteln bereitgestellt und installiert ist.

4.2 Gefährdungsbeurteilung

Bei der Einrichtung und Gestaltung der Telearbeitsplätze muss der Arbeitgeber eine fachliche Unterstützung durch ergonomisch und arbeitsmedizinisch qualifizierte Experten sicherstellen. Doch viele Telearbeiter fühlen sich in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt, wenn der Arbeitsschutzbeauftragte der Firma für den Telearbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchführen will. Sie pochen auf das Recht der Unverletzlichkeit ihrer Wohnung. Vom Grundgesetz her ist der Einwand korrekt, aus Sicht des Arbeitsschutzes jedoch kritisch. §§ 3 und 6 ArbStättV fordern die

  • Gefährdungsbeurteilung als erstmalige Beurteilung der Arbeitsbedingungen und nur, wenn die Arbeitsplätze von denen im Betrieb abweichen (§ 1 Abs. 4 ArbStättV). An dieser Stelle wird vorausgesetzt, dass die betrieblichen Arbeitsplätze gesetzeskonform beurteilt wurden und ohne Mängel sind.
  • die Unterweisung des Mitarbeiters.

Die Telearbeitsplätze müssen, wie die betrieblichen Bildschirmarbeitsplätze, die Anforderungen des Anhang 6 ArbStättV erfüllen.

4.3 Ergonomische Grundvoraussetzungen

Unternehmen und Aufsichtsbehörden drücken oft ein Auge zu, wenn es um Arbeitsplätze in Privatwohnungen geht. Bürotätigkeit wird als körperlich leicht und in der privaten Abgeschiedenheit auch als insgesamt kaum belastend angesehen. Und so sind immer noch viele Telearbeitsplätze in einem Eckchen im Schlaf- oder Wohnzimmer untergebracht. Da am Telearbeitsplatz aber überwiegend Tätigkeiten am Computer ausgeführt werden, gelten alle rechtlichen Bestimmungen für einen Bildschirmarbeitsplatz.

Die Wichtigsten sind:

  • Der Arbeitsplatz muss frei zugänglich sein, d. h. mind. 60 cm Durchgang zum persönlichen Arbeitsplatz.
  • Tische und Stühle sollten so angeordnet sein, dass die Sitzhaltung regelmäßig veränderbar ist und man sich im Raum bewegen kann. Dafür muss hinter dem Stuhl mind. 1 m Platz sein.
  • Der Arbeitstisch muss knapp 1,3 m2 Fläche haben, was 160 x 80 cm entspricht, damit ausreichend Ablageflächen vorhanden sind.
  • Die Beinfreiheit sollte mind. 80 cm im Fußbereich betragen, um u. a. Durchblutungsstörungen vorzubeugen.
  • Für gute Lichtverhältnisse sorgen Tageslicht und künstliche Beleuchtung.
  • Der Monitor ist so aufzustellen, dass es keine störenden Blendungen, Reflexe oder Spiegelungen darauf gibt.
  • Die Raumtemperatur sollte regelbar und die Lüftung ausreichend sein.
 
Wichtig

Telearbeitsplatz sicher und gesund gestalten

Abschn. 9 DGUV-I 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung" macht Vorgaben für die Gestaltung von Telearbeitsplätzen und mobiler Arbeit. Z. B. werden Ausstattungsmerkmale für mobile Endgeräte beschrieben, die allerdings für mobile Arbeit wichtiger sind als für Telearbeit. Am Telearbeitsplatz müssen die Anforderungen der ArbStättV erfüllt sein, sodass z. B. bei Verwendung eines Notebooks am Telearbeitsplatz eine Dockingstation mit externem Bildschirm und Tastatur vorhanden sein muss. Datenübertragungsmöglichkeiten und Schnittstellen müssen so ausgelegt sein, dass die Arbeit möglichst störungsarm und sicher ausgeführt werden kann.

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