Teilzeitausbildung / 4.5 Ausbildungsvergütung

Nach § 17 BBiG n. F. haben Auszubildende einen Anspruch auf angemessene Vergütung.

 

Achtung

Mindestlohn für Auszubildende

Mit der Reform des BBiG wird eine Mindestvergütung für alle Auszubildenden vorgesehen. Die Höhe der Mindestvergütung ist in § 17 Abs. 2 BBiG n. F. festgelegt. Für Auszubildende, deren Ausbildung im Jahr 2020 beginnt, beträgt die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr 515 EUR. Für das zweite, dritte und vierte Ausbildungsjahr sind schrittweise Erhöhungen vorgesehen.

Nach § 17 Abs. 3 BBiG n. F. haben Tarifverträge Vorrang vor der gesetzlichen Mindestvergütung. Tarifverträge können danach auch eine niedrigere Vergütung als die gesetzlich festgelegte vorsehen. § 17 Abs. 4 BBiG n. F. regelt den Fall, dass ein Tarifvertrag eine höhere Vergütung vorsieht.

Nach § 17 Abs. 5 BBiG n. F. kann bei einer Teilzeitberufsausbildung eine nach den Abs. 2–4 zu gewährende Vergütung unterschritten werden. Die Angemessenheit der Vergütung ist jedoch ausgeschlossen, wenn die prozentuale Kürzung der Vergütung höher ist als die prozentuale Kürzung der täglichen oder der wöchentlichen Arbeitszeit.

 

Praxis-Beispiel

Angemessene Vergütung

Der/die Auszubildende befindet sich im ersten Ausbildungsjahr. Die Ausbildung beginnt im Jahr 2020. Die Mindestvergütung beträgt gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 1 a) BBiG n. F. 515 EUR.

Die reguläre Arbeitszeit wird um 30 % gekürzt, es werden also lediglich 70 % der vollen Arbeitszeit gearbeitet. Die Vergütung kann dann höchstens ebenfalls um 30 % auf 70 % gekürzt werden. Sie beträgt dann 360,50 EUR (515 EUR x 70 % = 360,50 EUR).

Da die Verkürzung der täglichen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit nach § 7a Abs. 1 Satz 3 auf 50 % begrenzt ist, ist eine maximale Kürzung der Vergütung um 50 % möglich.

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