Schwierigkeiten bereitet oft die Frage, wie sich eine ungleichmäßige Lage der täglichen Arbeitszeit von bspw. montags 8 Stunden, mittwochs 6 Stunden und freitags 4 Stunden auf die Urlaubsgewährung auswirkt. In der Praxis ist zuweilen zu beobachten, dass Arbeitnehmer in diesen Fällen dazu neigen, ihren Urlaub vorzugsweise auf die "langen Tage" zu legen.

Dies muss der Arbeitgeber jedoch nicht hinnehmen und kann auf einer gleichmäßigen Verteilung des Urlaubs bestehen. Denn andernfalls ergäbe sich eine Ungleichbehandlung der Arbeitnehmer hinsichtlich der "Wertigkeit" ihres Urlaubsanspruchs. Problematisch ist die Umsetzung einer (entsprechend der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit) gleichmäßigen Urlaubsgewährung, wenn die Länge der Arbeitstage erst kurzfristig bestimmt wird.

In diesen Fällen bietet sich als pragmatische Lösung an, ein sog. Urlaubsstundenkonto zu führen.[1] Hierzu wird mit Beginn des Urlaubsjahres der "Arbeitszeit-Gegenwert" in ein Urlaubsstundenkonto gestellt, z. B. 30 Tage × 6 Stunden = 180 Stunden. Für jeden gewährten Urlaubstag wird die an diesem Tag vorgesehene Arbeitszeitdauer vom Konto abgebucht, im Beispiel also je nach Urlaubstag 8, 6 oder 4 Stunden. Dadurch wird die zeitliche Gleichwertigkeit des Urlaubs für die Arbeitnehmer sichergestellt. Dabei hat es jedoch bei einer tageweisen Urlaubsgewährung zu bleiben. Ein "stundenweises Nachhauseschicken" unter Anrechnung auf den Urlaub ist nicht zulässig. Als Alternative zu einem solchen Urlaubsstundenkonto könnte der Urlaub so gewährt werden, dass er gleichmäßig auf die unterschiedlich langen Arbeitstage fällt ("Strichliste").

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge