In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung besteht für Studenten, die neben ihrem Studium eine mehr als geringfügige Beschäftigung ausüben, Versicherungsfreiheit, wenn sie ihrem Erscheinungsbild nach als Studenten anzusehen sind. Hiervon ist auszugehen, wenn die wöchentliche Arbeitszeit während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Diese Studenten werden auch als "Werkstudenten" bezeichnet. Wird die Beschäftigung an mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt, tritt die Eigenschaft als Student in den Hintergrund und die Arbeitnehmereigenschaft in den Vordergrund. Die Beschäftigung unterliegt dann der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

In der Rentenversicherung wird die 20-Stunden-Grenze nicht angewendet. Beschäftigte Studenten sind demnach grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, sofern es sich um keine kurzfristige Beschäftigung handelt.

 
Hinweis

Überschreitung der 20-Stunden-Grenze

Bei Beschäftigungen in den Abend- oder Nachtstunden, am Wochenende oder während der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) besteht grundsätzlich Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden. Allerdings ist Versicherungsfreiheit ausgeschlossen, wenn diese Beschäftigungen mit mehr als 20 Stunden in der Woche zeitlich unbefristet oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet sind.[1]

Zusammenrechnung

Werden neben einer aufgrund der 20-Stunden-Regelung kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfreien Studentenbeschäftigung zusätzlich eine oder mehrere Beschäftigungen ausgeübt, findet eine Zusammenrechnung für die Beurteilung der 20-Stunden-Grenze statt.

Einfluss auf Familienversicherung

Auch wenn die Beschäftigung des Studenten selbst krankenversicherungsfrei ist, kann sie sich auf die kostenlose Familienversicherung des Studenten in der gesetzlichen Krankenversicherung auswirken. Um den Anspruch auf Familienversicherung nicht zu verlieren, dürfen die monatlichen Einnahmen im Jahr 2021 regelmäßig insgesamt 470 EUR nicht übersteigen.

 
Praxis-Tipp

Fortbestand der Familienversicherung

Ob die kostenfreie Familienversicherung weiterhin durchgeführt werden kann oder nicht, sollte der Student vor Beschäftigungsbeginn von seiner Krankenkasse überprüfen lassen. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, die Beschäftigung so weit anzupassen, dass die Familienversicherung bestehen bleibt. Dies sollte vor oder zeitnah zum Beschäftigungsbeginn besprochen werden. Beitragskorrekturen lassen sich so unter Umständen vermeiden.

Auswirkungen auf die Mitgliedschaft bzw. studentische Krankenversicherung

In der studentischen Krankenversicherung sind in der Regel Studenten versichert, die keinen Anspruch (mehr) auf eine Familienversicherung haben. Die Kranken- und Pflegeversicherungsfreiheit einer neben dem Studium ausgeübten Beschäftigung bezieht sich nicht auf die studentische Krankenversicherung, sondern nur auf das Beschäftigungsverhältnis; eine bestehende Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung aufgrund des Studiums bleibt unberührt.

 
Hinweis

Studentische Krankenversicherung

Die Beiträge für die studentische Versicherung werden durch den Studenten getragen und gezahlt. Der Arbeitgeber beteiligt sich daran nicht. Die KVdS endet allerdings immer dann, wenn die Voraussetzungen für die Versicherungsfreiheit der Beschäftigung nicht (mehr) erfüllt werden und Kranken- und Pflegeversicherungspflicht als Arbeitnehmer eintritt.[2]

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