Studenten / 4.1.4 Hochschulabschluss und Ende des Werkstudentenprivilegs

Im Rahmen von Betriebsprüfungen wird u. U. geprüft, ob bei der Beschäftigung die Einstufung als Werkstudent noch korrekt war. Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs endet nicht mit dem Ablegen der nach den maßgebenden Prüfungsbestimmungen vorgesehenen Abschlussprüfung, sondern erst mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell unterrichtet worden ist.

 

Achtung

Dokumentation des Studentenstatus im Semester der Abschlussprüfung

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Beschäftigung der Arbeitnehmer ein ordentlich Studierender ist und die Voraussetzungen des Werkstudentenprivilegs noch erfüllt sind bzw. waren. In einem Semester, in dem die abschließende Prüfungsleistung erbracht wird, reicht eine Semester- oder Studienbescheinigung als Nachweis allein nicht aus. Zusätzlich ist die zeitlich erste Mitteilung des Prüfungsamtes an den Studenten über das Gesamtergebnis den Entgeltunterlagen beizufügen. Je nach Hochschule und Prüfungsamt werden die Studenten in unterschiedlicher Art und Weise über ihr Prüfungsergebnis unterrichtet:

  • Ausstellung/Übermittlung eines vorläufigen Zeugnisses oder
  • Information über die Abholmöglichkeit des Zeugnisses.

Maßgebend ist der jeweilige Eingang des Schreibens bzw. der E-Mail beim Studenten. Auf den Tag, an dem das endgültige Zeugnis überreicht wird, kommt es nicht an.

Sofern das Prüfungsamt nicht unaufgefordert über die Prüfungsentscheidung unterrichtet, sondern das Abschlusszeugnis nur auf Antrag des Studenten ausgestellt wird, ist auf den Ausfertigungszeitpunkt des Zeugnisses abzustellen; der Studentenstatus endet in diesem Fall aber spätestens mit dem Semesterende.

Promotionsstudium

Dies gilt auch für diejenigen, die nach ihrem Hochschulabschluss ein Promotionsstudium aufnehmen und daneben eine Beschäftigung ausüben. Das Bundessozialgericht hat dazu entschieden, dass das Promotionsstudium nicht mehr zur wissenschaftlichen Ausbildung gehört.

Ergänzungs- oder Zweitstudium

Wird nach einem Hochschulabschluss eine Beschäftigung und daneben zur beruflichen Weiterbildung oder Spezialisierung ein Ergänzungs- oder Zweitstudium aufgenommen, ist das Kriterium "ordentlich Studierender" regelmäßig ebenfalls nicht mehr gegeben. In diesen Fällen erfolgt die versicherungsrechtliche Beurteilung bei einer nebenher ausgeübten oder neu aufgenommenen Beschäftigung nicht mehr nach dem "Werkstudentenprivileg", sondern als "Arbeitnehmer". Entsprechend müssen durch den Arbeitgeber ggf. Meldungen erstattet und Beiträge berechnet werden.

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