Studenten / 4.1 Ordentlich Studierende

Ein Student ist ein "ordentlicher Studierender", wenn er

  • an einer Hochschule oder einer sonstigen der wissenschaftlichen oder fachlichen Ausbildung dienenden Schule immatrikuliert ist und
  • das Studium seine Zeit und Arbeitskraft überwiegend in Anspruch nimmt.

Ausländische Studenten gehören nicht zu den ordentlichen Studierenden, wenn sie neben dem Besuch eines Studienkollegs zum Erlernen der deutschen Sprache und zur Vorbereitung auf das Studium eine Beschäftigung ausüben.

 

Wichtig

Werkstudentenprinzip gilt nur für ordentlich Studierende

Die Anwendung des Werkstudentenprivilegs setzt immer voraus, dass die betreffende Person zu den ordentlich Studierenden gehört.

Immatrikulation

Die Immatrikulation, also die Einschreibung in das Mitgliederverzeichnis der Hochschule, ist Voraussetzung der Krankenversicherung der Studenten. Eine Immatrikulation ist im Regelfall nur an einer Hochschule möglich und führt neben der Eintragung in das Studentenverzeichnis zur Aushändigung des Studentenausweises und des Studienbuchs.

Die Rücknahme der Immatrikulation bzw. deren Annullierung beseitigen den Status des ordentlich Studierenden. Dasselbe gilt für den Widerruf der Einschreibung (z. B. bei Gewaltanwendung, Widerstand der Studenten) und natürlich bei Exmatrikulation. Studenten, die für ein oder mehrere Semester vom Studium beurlaubt werden, sind zwar weiterhin eingeschrieben, nehmen aber in dieser Zeit nicht am Studienbetrieb teil; sie erfüllen grundsätzlich nicht das Erscheinungsbild als Student.

4.1.1 Eingeschriebene Personen nach dem Hochschulabschluss

Personen, die nach ihrem Hochschulabschluss (z. B. Diplom, Staatsexamen, Master- bzw. Magistergrad) weiterhin eingeschrieben bleiben, gehören grundsätzlich nicht mehr zu den ordentlich Studierenden im Sinne der Sozialversicherung.

4.1.2 Aufbau-, Ergänzungs- und Zweitstudium

Zu den ordentlich Studierenden gehören auch solche Studenten, die bereits ein Diplom, Master- bzw. Magistergrad oder Staatsexamen abgelegt und damit einen berufsqualifizierenden Abschluss erreicht haben, das Studium aber in einem Aufbau- oder Ergänzungsstudium oder in einem Zweitstudium fortsetzen.. Voraussetzung für die Zugehörigkeit zum Kreis der ordentlich Studierenden ist in diesem Fall jedoch, dass diese Studenten nicht lediglich eingeschrieben sind, sondern sich tatsächlich ihrem Studium widmen. Eine bloße Weiterbildung oder Spezialisierung reicht insofern nicht aus.

 

Hinweis

Bachelor- und Masterstudiengang

Bei Absolventen eines Bachelor- und Masterstudiengangs endet mit dem Bachelorabschluss nicht die Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlich Studierenden. Auch Studenten in einem Masterstudiengang zählen unter den o. g. Voraussetzungen zu den ordentlich Studierenden. Nach dem Bachelorabschluss erfolgt die versicherungsrechtliche Beurteilung einer neben dem Studium ausgeübten Beschäftigung – deshalb also als "Werkstudent" und nicht als "Arbeitnehmer".

4.1.3 Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium

Allerdings liegt beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium grundsätzlich kein durchgehendes Fortbestehen der Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlich Studierenden vor, wenn sich das Masterstudium nicht unmittelbar an das beendete Bachelorstudium anschließt. Für Beschäftigungen, die während eines solchen Unterbrechungszeitraums ausgeübt werden, kann daher keine Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs eingeräumt werden.

4.1.4 Hochschulabschluss und Ende des Werkstudentenprivilegs

Im Rahmen von Betriebsprüfungen wird u. U. geprüft, ob bei der Beschäftigung die Einstufung als Werkstudent noch korrekt war. Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs endet nicht mit dem Ablegen der nach den maßgebenden Prüfungsbestimmungen vorgesehenen Abschlussprüfung, sondern erst mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell unterrichtet worden ist.

 

Achtung

Dokumentation des Studentenstatus im Semester der Abschlussprüfung

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Beschäftigung der Arbeitnehmer ein ordentlich Studierender ist und die Voraussetzungen des Werkstudentenprivilegs noch erfüllt sind bzw. waren. In einem Semester, in dem die abschließende Prüfungsleistung erbracht wird, reicht eine Semester- oder Studienbescheinigung als Nachweis allein nicht aus. Zusätzlich ist die zeitlich erste Mitteilung des Prüfungsamtes an den Studenten über das Gesamtergebnis den Entgeltunterlagen beizufügen. Je nach Hochschule und Prüfungsamt werden die Studenten in unterschiedlicher Art und Weise über ihr Prüfungsergebnis unterrichtet:

  • Ausstellung/Übermittlung eines vorläufigen Zeugnisses oder
  • Information über die Abholmöglichkeit des Zeugnisses.

Maßgebend ist der jeweilige Eingang des Schreibens bzw. der E-Mail beim Studenten. Auf den Tag, an dem das endgültige Zeugnis überreicht wird, kommt es nicht an.

Sofern das Prüfungsamt nicht unaufgefordert über die Prüfungsentscheidung unterrichtet, sondern das Abschlusszeugnis nur auf Antrag des Studenten ausgestellt wird, ist auf den Ausfertigungszeitpunkt des Zeugnisses abzustellen; der Studentenstatus endet in diesem Fall aber spätestens mit dem Semesterende.

Promotionsstudium

Dies gilt auch ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge