Student: Prüf-Reihenfolge b... / 2.1 Student ist bis zu 20 Stunden in der Woche beschäftigt

Wird bzw. werden neben dem Studium die Beschäftigung(en) an nicht mehr als 20 Stunden ausgeübt, ist der Arbeitnehmer als Werkstudent kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei und rentenversicherungspflichtig. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle.[1]

 
Praxis-Beispiel

Anrechnung von Arbeitszeiten aus Nebenbeschäftigungen

Ein Student arbeitet unbefristet bei Arbeitgeber A montags bis freitags tagsüber 18 Wochenstunden. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 900 EUR.

  • Prüfschritt "450-EUR-Minijob"

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt nicht vor, da das Arbeitsentgelt die Einkommensgrenze von 450 EUR überschreitet.

  • Prüfschritt "Werkstudent"

Die wöchentliche Arbeitszeit von 18 Stunden übersteigt nicht die 20-Wochenstunden-Grenze. Die Voraussetzungen für die Anwendung des Werkstudentenprivilegs sind damit erfüllt.

Ergebnis: Die Beschäftigung bei Arbeitgeber A ist aufgrund des Werkstudentenprivilegs versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht.

Fortführung des Beispiels

Zusätzlich zur Beschäftigung bei Arbeitgeber A nimmt der Student ab dem 1.8. bei Arbeitgeber B einen 450-EUR-Minijob auf. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 5 Stunden; keine Arbeitszeiten am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden oder während der Semesterferien.

  • (erneuter) Prüfschritt "Werkstudent" (für Arbeitgeber A)

Durch die Aufnahme des 450-EUR-Minijobs bei Arbeitgeber B beträgt die wöchentliche Arbeitszeit des Studenten insgesamt 23 Stunden. Die Anrechnung der Arbeitszeit bei Arbeitgeber B erfolgt unabhängig davon, dass es sich hierbei lediglich um einen 450-EUR-Minijob handelt.

Ergebnis: Mit Aufnahme des Minijobs bei Arbeitgeber B zum 1.8. wird in der Zusammenrechnung der Arbeitszeiten die 20-Stunden-Grenze überschritten. Das führt bei Arbeitgeber A zum Wegfall der Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs. Dadurch tritt – zusätzlich zu der bereits bestehenden Rentenversicherungspflicht – ab 1.8. Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und der Arbeitslosenversicherung ein.

In der Beschäftigung bei Arbeitgeber B ist der Student vom 1.8. an geringfügig entlohnt beschäftigt, da das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig nicht mehr als 450 EUR im Monat beträgt.

 
Praxis-Tipp

Abgabe von DEÜV-Meldungen

Die Personengruppe für die rentenversicherungspflichtigen Werkstudenten ist mit 106 und der Beitragsgruppenschlüssel mit 0100 anzugeben. Die Meldungen sind an die Krankenkasse des Arbeitnehmers bzw. Studenten zu übermitteln.

[1]

S. Studenten.

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