Student: Befristete Beschäf... / Sozialversicherung

1 Kurzfristige Beschäftigungen

Für alle Studenten besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, wenn deren Beschäftigung aber auf bis zu 3 Monaten oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres befristet ist.[1]

 
Hinweis

Vorübergehende Erhöhung der Zeitgrenzen vom 1.3.2020 bis 31.10.2020

Für Beschäftigungen in der Zeit vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 gilt eine Ausnahmeregelung: Die Zeitgrenzen der kurzfristigen Beschäftigung sind auf 5 Monate oder 115 Arbeitstage erhöht worden.[2]

In Übergangsfällen, in denen eine befristete Beschäftigung vor dem 1.3.2020 aufgenommen wurde, ist Folgendes zu berücksichtigen: Erfüllte die Beschäftigung wegen ihrer Dauer die bisherigen Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung nicht, ist sie zum 1.3.2020 dahingehend zu überprüfen, ob sie auch die neuen – erhöhten – Zeitgrenzen überschreitet. Beträgt die Dauer der Beschäftigung – gerechnet ab Tag ihrer Aufnahme – allerdings nicht mehr als 5 Monate oder 115 Arbeitstage, liegt vom 1.3.2020 an eine kurzfristige Beschäftigung vor.

Bei Beschäftigungen, die über das Ende der Übergangsregelung am 31.10.2020 hinaus andauern, sind vom 1.11.2020 an wieder die kürzeren Zeitgrenzen – 3 Monate oder 70 Arbeitstage – zu berücksichtigen. Dadurch endet bei Beschäftigungen, deren Dauer die nun geltenden Zeitgrenzen überschreitet, eine ggf. bestehende Kurzfristigkeit zum 31.10.2020.

Ob die Beschäftigung während der Vorlesungszeit oder während der Semesterferien ausgeübt wird, hat für die Beurteilung der Kurzfristigkeit keine Bedeutung. Ebenso spielt die Höhe des Arbeitsentgelts und die wöchentliche Arbeitszeit keine Rolle.

[2] § 115 SGB IV.

1.1 Überschreiten der Zeitgrenzen

Wird der Zeitraum von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen (vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 5 Monate oder 115 Arbeitstage) wider Erwarten überschritten, tritt Versicherungspflicht von dem Zeitpunkt des Überschreitens ein. Stellt sich bereits im Laufe der Beschäftigung heraus, dass sie länger als 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage (vom 1. 3.2020 bis 31.10.2020 5 Monate oder 115 Arbeitstage) dauern wird, so beginnt die Versicherungspflicht mit dem Tag, an dem das Überschreiten des Zeitraums bekannt wird. Für die zurückliegende Zeit bleibt es bei der Versicherungsfreiheit.

1.2 Mehrere kurzfristige Beschäftigungen

Übt ein Student öfter Beschäftigungen aus, so ist die zu beurteilende Beschäftigung im Rahmen der Kurzfristigkeit nur versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, wenn sie zusammen mit den schon im laufenden Kalenderjahr ausgeübten Beschäftigungen die Zeitgrenze von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen (vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 5 Monate oder 115 Arbeitstage) nicht überschreitet.[1] Handelt es sich bei den einzelnen Beschäftigungszeiten um keine vollen Kalendermonate, treten an die Stelle des 3-Monatszeitraums 90 Kalendertage und vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 an die Stelle des 5-Monatszeitraums 150 Kalendertage.

2 Befristete, aber nicht kurzfristige Beschäftigungen

Für Studenten, die eine befristete Beschäftigung ausüben, die nicht die Voraussetzungen für eine kurzfristige Beschäftigung[1] erfüllt, gilt: Diese Studenten sind in ihrer Beschäftigung kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, wenn es sich lediglich um eine Nebenbeschäftigung handelt, weil das Studium die Zeit und Arbeitskraft der betreffenden Person überwiegend in Anspruch nimmt. Es handelt sich dabei um das sog. Werkstudentenprivileg. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt dabei keine Rolle.

 
Achtung

Werkstudentenprivileg gilt nicht in der Rentenversicherung

Die Sonderregelung des Werkstudentenprivilegs existiert nicht in der Rentenversicherung. Studentenbeschäftigungen, die nicht kurzfristig ausgeübt werden, sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig.

[1]

S. Abschn. 1.

2.1 Arbeitszeit bis zu 20 Wochenstunden

Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden, ist – unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts – von einer Nebenbeschäftigung auszugehen. Diese ist aufgrund des Werkstudentenprivilegs kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei. Dies gilt auch für unbefristete Beschäftigungen.[1]

2.2 Arbeitszeit mehr als 20 Wochenstunden

Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden und liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor, kommt Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs nur unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht: Die Beschäftigung muss ganz oder teilweise

  • an den Wochenenden,
  • in den Abend- oder Nachtstunden oder
  • in den Semesterferien

ausgeübt werden und dadurch den Erfordernissen des Studiums angepasst und ihm nach Zweck und Dauer untergeordnet sein.[1] Des Weiteren darf die 20-Stunden-Grenze weder zeitlich unbefristet noch auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen im Jahr befristet überschritten werden.

2.3 Anwendung der 26-Wochen-Regelung

Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden dürfen im Laufe eines Jahres nicht mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage ...

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