Student: Befristete Beschäf... / 2.4.1 Beschäftigungsdauer zusammen über 26 Wochen

Sofern die Zusammenrechnung mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage ergibt, ist die zu beurteilende Beschäftigung von Beginn an bzw. im Laufe einer Beschäftigung von dem Zeitpunkt an, in dem erkennbar ist, dass der 26-Wochen-Zeitraum überschritten wird, versicherungspflichtig zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Rentenversicherungspflicht besteht ebenfalls, da die Beschäftigung nicht kurzfristig ist.

 
Praxis-Beispiel

Prüfung der Kurzfristigkeit und des Werkstudentenprivilegs (Ausnahmeregelung)

Ein Student nimmt bei Arbeitgeber F ab dem 20.7.2020 eine Beschäftigung (wöchentliche Arbeitszeit 28 Stunden, keine Arbeitszeiten am Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden) auf, die bis zum 10.10.2020 befristet ist (monatliches Entgelt 2.000 EUR). Der Student gibt folgende Vorbeschäftigungszeiten an:

 
Arbeitgeber Firma A Firma B Firma C Firma D Firma E Firma F
Wöchentliche Arbeitszeit 40 38,5 40 18 40 40
Jahr 2019 2019 2019 2020 2020 2020
Beschäftigung 1.7.-31.7. 15.9.-15.10. 1.12.-31.12. 1.1.-31.1. 17.4.-15.6. 20.7.-10.10

Ergebnis: Die Beschäftigungsdauer im laufenden Kalenderjahr 2020 überschreitet zusammen mit den Beschäftigungen bei der Firma D und der Firma E die Grenze von 150 Kalendertagen. Daher liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor.

Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs besteht ebenfalls nicht, da die Arbeitszeit in der zu beurteilenden Beschäftigung 20 Std./Woche übersteigt. Eine Prüfung der 26-Wochen-Regelung scheidet damit von vornherein aus. Selbst wenn die Dauer der Beschäftigungen mit einer Arbeitszeit von mehr als 20 Std./Woche innerhalb der Jahresfrist insgesamt nicht mehr als 26 Wochen betragen würde, käme es zu keiner Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung im Rahmen des Werkstudentenprivilegs.

Der Student unterliegt daher ab dem 20.7.2020 der Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

 
Praxis-Beispiel

Anrechnung von Vorbeschäftigungszeiten (Ausnahmeregelung)

Ein Student nimmt bei Arbeitgeber F ab dem 20.7.2020 eine Beschäftigung auf, die bis zum 10.10.2020 befristet ist. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 2.000 EUR, die wöchentliche Arbeitszeit 26 Stunden, wovon 8 Stunden nur am Wochenende anfallen. Der Student gibt folgende Vorbeschäftigungszeiten an:

 
Arbeitgeber Firma A Firma B Firma C Firma D Firma E Firma F
Wöchentliche Arbeitszeit 40 38,5 40 18 40 40
Jahr 2019 2019 2019 2020 2020 2020
Beschäftigung 1.7.-31.7. 15.9.-15.10. 1.12.-31.12. 1.1.-31.1. 17.4.-15.6. 20.7.-10.10.

Ergebnis: Die Beschäftigungsdauer im laufenden Kalenderjahr 2020 überschreitet zusammen mit der Beschäftigungen bei der Firma D und der Firma E die Grenze von 150 Kalendertagen. Daher liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor. Es besteht somit ab 20.7.2020 Rentenversicherungspflicht.

In der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ist die 26-Wochenregelung zu prüfen, da die Beschäftigung zwar mehr als 20 Stunden/Woche ausgeübt wird, aber aufgrund der Arbeitszeiten am Wochenende den Erfordernissen des Studiums angepasst ist. Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs liegt vor, wenn der Student innerhalb eines Jahres nicht mehr als 26 Wochen/182 Kalendertage mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt ist. Hierfür ist zunächst die Jahresfrist zu bilden: 10.10.2020 bis 11.10.2019.

Die Beschäftigung bei der Fa. A ist nicht anzurechnen, da sie außerhalb des Jahreszeitraums liegt. Die Beschäftigung bei der Fa. B zählt nur ab dem 11.10.2019 bis 15.10.2019. Die Beschäftigung bei der Firma D ist wegen der wöchentlichen Arbeitszeit (18 Stunden) nicht zu berücksichtigen. Anrechenbare Zeiten:

 
Firma B 5 Kalendertage  
Firma C 31 Kalendertage  
Firma E 60 Kalendertage  
Firma F 83 Kalendertage  
Insgesamt 179 Kalendertage  

Die Summe der anzurechnenden Beschäftigungszeiten beträgt 179 Kalendertage, also nicht mehr als 182 Kalendertage. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung besteht somit ab 20.7.2020 Versicherungsfreiheit im Rahmen der Werkstudentenregelung.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge