Student: Ausnahmeregelungen... / 3 Zusammenrechnung mehrerer Beschäftigungen

Zur Ermittlung der 20-Stunden-Grenze sind die wöchentlichen Arbeitszeiten von mehreren nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen zusammenzurechnen. Die jeweilige versicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung und die Höhe des Arbeitsentgelts spielen insofern keine Rolle. Maßgebend sind allein die wöchentlichen Arbeitszeiten.

Übt der Student Beschäftigungen von insgesamt mehr als 20 Stunden in der Woche aus, gehört er damit vom Erscheinungsbild her zu den Arbeitnehmern.

 
Praxis-Beispiel

450-EUR-Minijob neben einer nicht geringfügigen Studentenbeschäftigung

Ein Student, gesetzlich krankenversichert, arbeitet seit Jahren 18 Stunden in der Woche beim Arbeitgeber A als Programmierer gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 800 EUR.

Ab dem 1.10. nimmt er 5 Stunden in der Woche beim Arbeitgeber B zusätzlich eine Stelle als Verkäufer an gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 220 EUR.

Lösung: Der Student ist in der (Haupt-)Beschäftigung beim Arbeitgeber A bis zum 30.9. aufgrund des Werkstudentenprivilegs ausschließlich rentenversicherungspflichtig.

Durch Aufnahme der Beschäftigung beim Arbeitgeber B beträgt die Wochenarbeitszeit vom 1.10. an insgesamt 23 Stunden, mithin wird die 20-Stunden-Grenze überschritten. Dadurch wird die (Haupt-)Beschäftigung beim Arbeitgeber A ab 1.10. versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Beschäftigung beim Arbeitgeber B bleibt als erste geringfügig entlohnte Beschäftigung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht, von der sich der Arbeitnehmer aber befreien lassen kann.

Der Arbeitgeber B hat aus dem Arbeitsentgelt Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung zu zahlen. In der Rentenversicherung fallen hingegen volle Pflichtbeiträge an; Pauschalbeiträge wären im Falle der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zu entrichten.

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