Student: Ausnahmeregelungen... / 2.2 Wiederholtes Überschreiten der 20-Stunden-Grenze

Wiederholt sich das zeitweise bzw. befristete Überschreiten der 20-Stunden-Grenze durch Arbeiten am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden oder den Semesterferien mit einer gewissen Regelmäßigkeit, ist im Wege einer vorausschauenden Betrachtung (ggf. im Rahmen einer Durchschnittsberechnung) die regelmäßige Wochenarbeitszeit unter Berücksichtigung der Ausweitung des Beschäftigungsumfangs festzustellen. Beträgt die Beschäftigungszeit insgesamt mehr als 20 Stunden, ist in der Beschäftigung die Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs ausgeschlossen.[1]

 
Praxis-Beispiel

Überschreiten der 20-Stunden-Grenze durch regelmäßige Wochenendarbeit

Eine Studentin arbeitet in einer unbefristeten Beschäftigung immer montags bis freitags tagsüber an insgesamt 19 Stunden in der Woche. Zusätzlich arbeitet sie an 2 Wochenenden im Monat zusätzlich jeweils 10 Stunden.

Lösung: Unter Berücksichtigung der sich wiederholenden Wochenendarbeit beträgt die regelmäßige Wochenarbeitszeit rund 24 Stunden. Da die wöchentliche Arbeitszeit der Studentin mehr als 20 Stunden beträgt, scheidet Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs aus.

Ausdehnung der Arbeitszeit in den Semesterferien

Wird eine Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden lediglich in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, so ist sie in dieser Zeit im Rahmen des Werkstudentenprivilegs versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Allerdings dürfen derartige Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden im Laufe eines Jahres auch hier insgesamt nicht mehr als 26 Wochen ausgeübt werden.

 
Praxis-Beispiel

Ausdehnung der Beschäftigung in den Semesterferien

Ein Student übt ab 1.2. eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt während der Vorlesungszeit 18 Stunden und während der Semesterferien vom 1.3. bis 15.4. 40 Stunden. Das Arbeitsentgelt beträgt anteilig während der Vorlesungszeit 900 EUR und während der Semesterferien 2.000 EUR monatlich. Innerhalb des letzten Jahres hatte der Student keine Beschäftigungen mit mehr als 20 Wochenstunden ausgeübt.

Lösung: Die Beschäftigung ist durchgehend versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, da die wöchentliche Arbeitszeit lediglich in den Semesterferien auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet wird und im Laufe des Jahres die Beschäftigungen des Studenten mit mehr als 20 Wochenstunden insgesamt nicht mehr als 26 Wochen ausmachen. In der Rentenversicherung ist sie versicherungspflichtig.

 
Wichtig

Nachweisführung durch Arbeitgeber

Die Nachweisführung, dass Versicherungsfreiheit aufgrund des Werkstudentenprivilegs – insbesondere in Fällen des befristeten Überschreitens der 20-Wochenstunden-Grenze durch Arbeiten am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden oder den Semesterferien – (fort-)besteht, obliegt dem Arbeitgeber. Im Hinblick auf die Betriebsprüfungen des Rentenversicherungsträgers muss der Arbeitgeber die versicherungsrechtliche Beurteilung des Werkstudenten sorgfältig und für Dritte nachvollziehbar vornehmen.

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