Strategische Ausrichtung ei... / 6 Roadmap zum individuellen BGM-Konzept

Die Festlegung der strategischen Ausrichtung des BGM inklusive der definierten Ziele/Schwerpunktthemen wird nun als Grundlage für die Roadmap eines BGM herangezogen. Wie anhand Abb. 8 zu ersehen ist, werden in einer Roadmap die wesentlichen Schritte, die zur Zielerreichung notwendig sind, in übersichtlicher Form dargestellt. Hierbei ist zu beachten, dass die zu erreichenden BGM-Ziele einen Nutzen für die Unternehmensstrategie darstellen.

Abb. 8: Kennzeichen einer BGM-Roadmap

Wesentliche Bausteine auf diesem Weg sind:

  1. Aufbau von Strukturen,
  2. Durchführung ergänzender Analysen – sofern notwendig,
  3. Durchführung zielführender Maßnahmen,
  4. Aufbau von Systemen, die eine langfristige, systematische Umsetzung von Abläufen/Prozessen ermöglichen,
  5. Aufbau eines Steuerungs- und Kontrollsystems für die Erfolgsmessung.

Mögliche Bausteine für die Roadmap im Hinblick auf die 3 strategischen Ausrichtungen eines BGM können Folgende sein:

Für die 80:20-Verteilung:

  • ggf. vertiefende Analyse zu den Ursachen,
  • Ergonomieoptimierung ("Alterstauglichkeit"),
  • Führungskräfteprogramme,
  • Durchführung/Optimierung BEM + Case-Management,
  • Ausbau Arbeitsmedizin/Checkups (inkl. WAI),
  • spezifische, zielgruppenbezogene Maßnahmen in der Sekundär- und Tertiärprävention,
  • differenzierte Fehlzeitenanalyse und Aufbau BGM-Cockpit,
  • weitere Maßnahmen (20%-Bereich): Allgemeine Angebote der BGF (Primärprävention) und Arbeitszeitmodelle.

Für die 50:50-Verteilung:

  • ggf. punktuelle vertiefende Analyse zu den Ursachen,
  • Führungskräfteprogramme,
  • Durchführung/Optimierung BEM,
  • spezifische, zielgruppenbezogene Maßnahmen in der Sekundär- und Tertiärprävention,
  • allgemeine Angebote der BGF (Primärprävention),
  • Einsatz digitaler Lösungen,
  • Arbeitszeitmodelle,
  • Aufbau BGM-Cockpit inkl. Maßnahmenbewertung.

Für die 20:80-Verteilung:

  • Programme zur werteorientierten Führung,
  • allgemeine Angebote der BGF (Primärprävention),
  • Maßnahmen mit Fun-Charakter,
  • Einsatz digitaler Lösungen,
  • flexible Arbeitszeitmodelle inkl. Homeoffice – Fokus: "Work-Life-Balance",
  • Schaffung "neuer Arbeitswelten",
  • Aufbau BGM-Cockpit inkl. Maßnahmenbewertung,
  • weitere Maßnahmen (20%-Bereich): Durchführung/Optimierung BEM und Nutzung Präventionsempfehlung Betriebsarzt.

Als letzten Schritt zum Aufbau einer individuellen BGM-Roadmap müssen nun die Bausteine strukturiert in einer Übersicht inklusive eines Zeitplans dargestellt werden. Abb. 9 zeigt ein Beispiel für eine solche Visualisierung mit einer 80:20-Verteilung.

Abb. 9: Beispiel einer BGM-Roadmap

Die Roadmap zeigt einerseits eine klassische prozessorientierte Vorgehensweise auf, zum anderen aber auch die Trennung der Maßnahmen hinsichtlich der Schwerpunktsetzung. Die initialen Schritte, wie Einrichtung Lenkungskreis, Festlegung verantwortlicher Personen intern, Durchführung ergänzender Analysen sowie von Führungsprogrammen, sind der "20%-Seite" zugeordnet worden.

Dies begründet sich mit der Bedeutung dieser Schritte im Hinblick auf den Aufbau langfristiger Systeme und den damit verbundenen Organisationsentwicklungsprozess. Dafür ist eine entsprechende Struktur und Erkenntnisgrundlage erforderlich, daher auch die Positionierung auf der rechten Seite. Die primäre Gewichtung der 80 % dieser beispielhaften 80:20-Verteilung zeigt sich in der Art und Tiefe der ergänzenden Analysen, der Ausgestaltung der Maßnahmen sowie der Verteilung der finanziellen Ressourcen. Die endgültige Festlegung der Maßnahmen kann erst nach der erfolgten Analysephase stattfinden, während die Führungsprogramme sinnvollerweise vorher schon starten sollten.

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