Sonstige Bezüge im Lohnsteu... / 7 Besondere Lohnzahlungen

7.1 Gewinnanteile/Tantiemen

Erhält ein Arbeitnehmer neben seinem Festlohn gewinnabhängige Vergütungen, liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor, sobald sie dem Arbeitnehmer ohne wirtschaftliche Beschränkung zur Verfügung stehen. Der Arbeitslohn zählt auch sozialversicherungsrechtlich zum Arbeitsentgelt.[1]

Abgrenzungsprobleme im steuerlichen Bereich ergeben sich dann, wenn die Gewinnbeteiligung ungewöhnlich hoch ist, d. h. i. d. R. über 25 % des Gewinnes beträgt. Der Gewinnanteil bleibt zwar in jedem Fall steuerpflichtig, zweifelhaft ist jedoch, ob noch Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Arbeitnehmereinkünfte) vorliegen oder ob von einer Mitunternehmerschaft ausgegangen werden kann. Unter Umständen muss daher für eine solch hohe Gewinnbeteiligung kein Lohnsteuerabzug erfolgen.

Da Gewinnbeteiligungen i. d. R. als einmalige Beträge für zurückliegende Jahre ausbezahlt werden, handelt es sich in aller Regel steuerlich um sonstige Bezüge, für die der Lohnsteuerabzug gesondert zu ermitteln ist.

[1]

Zur Zuflussfiktion bei Tantiemen/Gewinnbeteiligungen von beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern s. Abschn. 2.

7.2 Gratifikationen

Erhält ein Arbeitnehmer Gratifikationen, liegt steuerlicher Arbeitslohn vor. Wird die Gratifikation als einmalige Zahlung ausbezahlt, erfolgt die Besteuerung nach den Grundsätzen für sonstige Bezüge. Sozialversicherungsrechtlich liegt bei Gratifikationen i. d. R. ebenfalls beitragspflichtiges Arbeitsentgelt vor.

7.3 Prämien

Prämien, die einem Arbeitnehmer z. B. für überdurchschnittliche Leistungen gezahlt werden, gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn sowie auch zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Prämien für die Anwesenheit, für die Erfüllung von Qualitätsnormen, für Betriebs- oder Termintreue oder als Sicherheitsprämien bezahlt werden.[1] Prämien für Verbesserungsvorschläge sind in voller Höhe lohnsteuerpflichtig. Sie sind nach den Grundsätzen für sonstige Bezüge zu versteuern. Die ermäßigte Besteuerung für Bezüge aus einer mehrjährigen Tätigkeit kommt dann nicht in Betracht, wenn die Prämie nicht nach dem Zeitaufwand, sondern ausschließlich nach der beim Arbeitgeber künftig erzielten Kostenersparnis berechnet wird.[2]

7.4 Urlaubsgeld

Zahlungen des Arbeitgebers, die anlässlich des jährlichen Erholungsurlaubs zusätzlich zum laufenden Lohn bezahlt werden, gehören wie Zahlungen von Urlaubsabgeltungen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Soweit es sich um Beträge handelt, die als einmalige Zahlung ausbezahlt werden, muss die Besteuerung des Urlaubsgelds als sonstiger Bezug erfolgen.

Sozialversicherungsrechtlich handelt es sich bei Urlaubsgeldern stets um einmalige Zahlungen des Arbeitsentgelts.

Soweit Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit bei der Berechnung des Urlaubsentgelts berücksichtigt werden müssen, liegt ebenfalls steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Solche Zuschläge sind nur dann steuerfrei, wenn sie für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit gezahlt werden.

7.5 Weihnachtsgeld

Das Weihnachtsgeld ist als sonstiger Bezug lohnsteuerpflichtig. Sozialversicherungsrechtlich handelt es sich um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt.[1]

7.6 Abfindungen

Abfindungszahlungen aus Anlass einer vom Arbeitgeber veranlassten Auflösung des Dienstverhältnisses sind lohnsteuerpflichtig. Für die steuerpflichtigen Abfindungszahlungen in der Privatwirtschaft besteht die Möglichkeit einer Steuerermäßigung in Form der Fünftelregelung.[1]

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