Sonstige Bezüge im Lohnsteu... / 5.1 Berücksichtigung der Fünftelregelung

Arbeitslohn, der für eine mehrjährige Tätigkeit – also für Zeiträume, die zu mehreren Kalenderjahren gehören, – gezahlt wird, ist ebenfalls begünstigt.[1] Mehrjährigkeit bedeutet regelmäßig, dass die Tätigkeit zumindest in 2 Kalenderjahren ausgeübt werden muss. Die Dauer muss einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten umfassen. Für die Berechnung der Lohnsteuer ist dieser sonstige Bezug mit einem Fünftel bei der Ermittlung des voraussichtlichen Jahresarbeitslohns anzusetzen. Die sich ergebende Lohnsteuer für den Teilbetrag des sonstigen Bezugs ist sodann mit dem 5-fachen Betrag anzusetzen.

 
Praxis-Beispiel

Gehaltsnachzahlung und Fünftelregelung

Ein gesetzlich kranken- und rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer mit der Steuerklasse I erhält im März 2021 eine Gehaltsnachzahlung von 3.000 EUR für die Zeit von September 2019 bis Februar 2021.

Ergebnis: Der maßgebende Jahresarbeitslohn beträgt in 2021 voraussichtlich 30.000 EUR. Der Jahresarbeitslohn wird um 1/5 der Gehaltsnachzahlung (um 600 EUR) erhöht. Es ergibt sich ein Betrag von 30.600 EUR.

 
Jahreslohnsteuer v. 30.600 EUR 3.482 EUR
Jahreslohnsteuer v. 30.000 EUR 3.342 EUR
Differenzbetrag 140 EUR
Von der Gehaltsnachzahlung zu erhebende Lohnsteuer (140 EUR × 5) 700 EUR

Für Arbeitslöhne ist zur ermäßigten Besteuerung nach der Fünftelregelung eine Zusammenballung von Einkünften zwar Voraussetzung, ein Vergleich ist jedoch nicht vorzunehmen. Entscheidend ist der einheitliche (geballte) Zufluss. Hat der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug ohne Anwendung der Fünftelregelung vorgenommen, kann der Arbeitnehmer die Steuerermäßigung im Rahmen einer Einkommensteuer-Veranlagung geltend machen.[2]

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