Sonn-, Feiertags- und Nacht... / 3.2.2 Basis für eine personenbezogene Schätzung

Eine Möglichkeit der personenbezogenen Schätzung bietet die Bildung einer sog. "Fehlzeitenquote" für den zu prüfenden Betrieb. Es ist bekannt, wie viele Tage in der Firma durchschnittlich gearbeitet werden und welche SFN-Zuschläge hierfür gezahlt wurden. Ferner steht fest, welcher Urlaubs- und Feiertagsanspruch für Arbeitnehmer zusteht. Lediglich Auswertungen zum Umfang der Arbeitsunfähigkeitszeiten führen nicht alle Betriebe.

Hier kann hilfsweise auf die Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Krankenstand in Deutschland zurückgegriffen werden. Diese weist z. B. für 2018 einen Wert von 4,28 % aus. Dieser Statistik liegen die von den gesetzlichen Krankenkassen gelieferten Daten über den Krankenstand der pflichtversicherten Arbeitnehmer zugrunde, die am Ersten eines Monats arbeitsunfähig gemeldet sind.

Es wird nun ermittelt, auf wie viele Tage mit Sonn-, Feiertags- oder Nachtarbeit die gezahlten Zuschläge entfallen und in welchem Verhältnis hierzu die zu bezahlenden Fehlzeiten stehen. Dies kann – je nach Bundesland und nach den Gegebenheiten des Betriebes – zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

 

Praxis-Beispiel

Beispielrechnungen mit unterschiedlichen Feiertags- und Urlaubsansprüchen

 
  Beispiel 1 Beispiel 2
Kalendertage im Jahr 365 365
Wochenendtage 105 105
Feiertage (ohne Wochenende) 13 13
Mindesturlaub (gem. BUrlG bzw. TV) 20 30
Arbeitszeit mit Entgelt 227 217
Verhältnis Fehlzeit/Arbeitszeit = 33/227 = 14,54 % = 43/217 = 19,82 %
Fehlzeit (AU-Statistik) 4,28 % 4,28 %
Fehlzeitenquote insgesamt 18,82 % 24,10 %

Ergebnis: Im Beispiel 1 ergibt sich insgesamt eine "Fehlzeitenquote" von 18,82 %, im Beispiel 2 von 24,10 %.

Zur Ermittlung der beitragspflichtigen Arbeitsentgelte während der genannten Entgeltfortzahlungstatbestände wird die so festgestellte "Fehlzeitenquote" mit den in den jeweiligen Kalenderjahren insgesamt angefallenen Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschlägen multipliziert.

Hat ein Arbeitnehmer im Jahr für geleistete Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit Zuschläge in Höhe von 2.000 EUR erhalten, so ergäbe sich

  • im Beispiel 1 ein zusätzliches beitragspflichtiges Entgelt in Höhe von 376,40 EUR (2.000 EUR x 18,82 %) bzw.
  • im Beispiel 2 ein zusätzliches beitragspflichtiges Arbeitsentgelt von 482 EUR (2.000 EUR x 24,10 %).

Sofern personenbezogene Auswertungen zur Anzahl der Urlaubs-/Feiertags- und Krankheitstage vorliegen, kann die "Fehlzeitenquote" je Arbeitnehmer gebildet werden.

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