Sonderausgaben / Entgelt

1 Sonderausgaben im Lohnsteuerabzugsverfahren

Im Lohnsteuerabzugsverfahren werden lohnsteuermindernd berücksichtigt

  • der Sonderausgaben-Pauschbetrag sowie
  • die Vorsorgepauschale für die typischen Vorsorgeaufwendungen.

Die Vorsorgepauschale ist in den Lohnsteuertarif in unterschiedlicher Höhe eingearbeitet. In der Vorsorgepauschale wird auch ein Teilbetrag für die Rentenversicherung berücksichtigt, deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Allgemeine oder die Besondere Lohnsteuertabelle anzuwenden ist.

Ob der Arbeitnehmer unbeschränkt oder beschränkt steuerpflichtig ist, ist für den Sonderausgabenabzug bei der Lohnsteuerberechnung unerheblich.

2 Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR

Zur Abgeltung der nicht als Vorsorgeaufwendungen abziehbaren Sonderausgaben wird ein Pauschbetrag von 36 EUR pro Arbeitnehmer angesetzt. Er ist nur in die Lohnsteuertabellen der Steuerklassen I bis V eingearbeitet.

Was zu den "anderen" Sonderausgaben zählt

Durch den Sonderausgaben-Pauschbetrag sind folgende Aufwendungen des Arbeitnehmers abgegolten:

  • Unterhaltsleistungen an den im Inland (ggf. auch in der EU und in dem EWR) wohnenden geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten oder Lebenspartner;
  • Renten und dauernde Lasten;
  • bestimmte Zahlungen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs;
  • Kirchensteuer;
  • Kinderbetreuungskosten;
  • Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung;
  • Schulgeld;
  • Aufwendungen für steuerbegünstigte Zwecke, wie Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung bei höheren Aufwendungen

Übersteigen die tatsächlichen Aufwendungen im Kalenderjahr voraussichtlich den Sonderausgaben-Pauschbetrag i. H. v. 36 EUR, kann der Arbeitnehmer beim Finanzamt einen Freibetrag für den Lohnsteuerabzug als ELStAM beantragen.

3 Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben

Unter dem Begriff "Vorsorgeaufwendungen" werden die folgenden als Sonderausgaben abzugsfähigen Beiträge zusammengefasst:

  • Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung,
  • Beiträge zu privaten Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen,
  • Beiträge zu einer zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung,
  • Beiträge zu bestimmten Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall.

Unbedeutend ist, ob es sich bei den Kranken- und Rentenversicherungsbeiträgen um Beiträge aufgrund gesetzlicher Verpflichtung (gesetzliche Arbeitnehmeranteile an den gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträgen) oder um freiwillige Beiträge handelt.

Abzug der tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen nur im Veranlagungsverfahren

Vorsorgeaufwendungen werden beim laufenden Lohnsteuerabzug ausschließlich durch die bereits in das Lohnsteuerberechnungsprogramm eingearbeitete Vorsorgepauschale berücksichtigt. Soweit die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen die Vorsorgepauschale übersteigen, können sie nur im Rahmen der maßgeblichen Höchstbeträge bei der Veranlagung zur Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Kein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung möglich

Durch die Vorsorgepauschale sind die tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen bereits weitgehend abgedeckt und werden teilweise sogar überschritten. Deshalb darf für Vorsorgeaufwendungen kein Freibetrag als Lohnsteuerabzugsmerkmal berücksichtigt bzw. gebildet werden.

4 Vorsorgeaufwendungen im Lohnsteuerabzugsverfahren

Für Arbeitnehmer werden die Vorsorgeaufwendungen beim laufenden Lohnsteuerabzug nur durch die Vorsorgepauschale berücksichtigt. Sie ist in den Lohnsteuertarif eingearbeitet, wird ausschließlich beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt und setzt sich aus 3 Teilbeträgen zusammen:

  • Teilbetrag für die Rentenversicherung,
  • Teilbetrag für die gesetzliche Kranken- und soziale Pflegeversicherung und
  • Teilbetrag für die private Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung.

Bemessungsgrundlage für die Berechnung dieser einzelnen Teilbeträge ist der Arbeitslohn ohne evtl. gezahlte Entschädigungen.

Teilbetrag für die Rentenversicherung

Für die Rentenversicherung wird der zu berücksichtigende Anteil im Kalenderjahr 2019 mit 76 % des Arbeitnehmeranteils angesetzt (2018 mit 72 %). Der Anteil steigt entsprechend dem Sonderausgabenabzug der Rentenversicherungsbeiträge kalenderjährlich um 4 Prozentpunkte bis auf 100 % im Jahr 2025.

Teilbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung

Der Teilbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung und die soziale Pflegeversicherung wird bei Arbeitnehmern angesetzt, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Dies gilt für pflichtversicherte und freiwillig versicherte Arbeitnehmer. Der Teilbetrag orientiert sich an den gezahlten Beiträgen; angesetzt wird jedoch ein gesondert berechneter Arbeitnehmeranteil.

Tatsächliche Aufwendungen bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern

Bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern dürfen beim Lohnsteuerabzug die tatsächlich abziehbaren privaten Basiskranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass der privat versicherte Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine entsprechende Bescheinigung des Versicherungsunternehmens vorlegt. Berücksichtigungsfähig sind auch Beiträge für Kinder und den nicht erwerbstätigen Ehe-/Lebenspartner.

Die im Rahmen des ELStAM-Verfahrens geplante automatische Berücksichtigung der vom Versicherungsunt...

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