Sommer, SGB V § 85 Gesamtve... / 2.1 Begriff Gesamtvergütung
 

Rz. 15

Die KVen und KZVen erbringen aufgrund ihrer in § 75 jeweils normierten Aufträge zur Sicherstellung und Gewährleistung der vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung der Mitglieder mit Wohnort im Bezirk der KV/KZV und der mitversicherten Familienangehörigen der gesetzlichen Krankenkassen jeweils eine Gesamtleistung, die in Form der vertrags(zahn)ärztlichen Gesamtvergütungen von den zahlungspflichtigen Krankenkassen nach Maßgabe der Gesamtverträge (vgl. § 83) mit der KV bzw. der KZV finanziell abgegolten wird. Die Zahl der behandelten Mitglieder einschließlich der Zahl der behandelten mitversicherten Familienangehörigen in Abs. 1 Satz 1 bilden zusammen die Versichertenzahl, welche nach Abs. 3 Satz 1 zu den Grunddaten für die Veränderung der vertragszahnärztlichen Versorgung und nach § 87a zu den Grunddaten für die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung in der vertragsärztlichen Versorgung gehört. Maßgebend ist immer der Wohnort des Mitgliedes, auch wenn der mitversicherte Familienangehörige ggf. einen anderen Wohnort hat.

Von der zwischen KV/KZV und Krankenkassenseite im jeweiligen Gesamtvertrag zu vereinbarenden Gesamtvergütung zu trennen, ist die Hono­rarverteilung, welche die KV/KZV insbesondere gegenüber ihren Vertrag(zahn)ärzten, Vertragspsychotherapeuten, zugelassenen medizinischen Versorgungszentren und ermächtigten Einrichtungen vornimmt (vgl. Abs. 4 für die vertragszahnärztliche Gesamtvergütung und § 87b für die vertragsärztliche Gesamtvergütung).

 

Rz. 16

Abs. 2 Satz 2 enthält die Erläuterung des Begriffs "Gesamtvergütung", was für die Praxis aber nur eine Klarstellung bedeutet und nichts grundlegend Neues beinhaltet. Der Begriff "Gesamtvergütung" bezeichnet im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung das Ausgabenvolumen für die Gesamtheit der zu vergütenden vertragsärztlichen Leistungen, welche die gesetzlich Versicherten (einschließlich deren mitversicherte Familienangehörige) mit Wohnort im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung während der Laufzeit und im Geltungsbereich des Gesamtvertrages (§ 83) von den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten/Psychotherapeuten und medizinischen Einrichtungen erhalten haben. Die aufgrund vertragsärztlicher Leistungen entstandenen Honoraransprüche der Vertragsärzte, zugelassenen medizinischen Versorgungszentren und Vertragspsychotherapeuten gehören ebenso dazu wie die der ermächtigten ärztlich geleiteten Einrichtungen und die Honoraransprüche der Nicht-Vertragsärzte für ambulante Notfallbehandlungen.

 

Rz. 17

Bei der vertragszahnärztlichen Versorgung bezieht sich die Gesamtvergütung auf die Gesamtheit der von den an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte erbrachten zahnärztlichen Behandlung, kieferorthopädischen Behandlung und, soweit sie beim Zahnersatz der Regelversorgung nach § 56 Abs. 2 entspricht, die zahnprothetische Behandlung, die die Mitglieder der Krankenkasse einschließlich deren mitversicherte Familienangehörige mit Wohnort im Bezirk der KZV erhalten haben. Die Kosten der Zahntechnik bei Zahnersatz oder Kieferorthopädie bleiben dabei ebenso außen vor wie z. B. die zahntechnischen Aufbissschienen im Rahmen der Parodontalbehandlung (Behandlung des entzündeten Zahnhaltapparates, des Parodontiums). Allerdings behält der Vertragszahnarzt einen unmittelbaren Zahlungsanspruch gegen den Versicherten, soweit dieser bei einer Zahnersatzversorgung die im Gesetz geregelten Eigenanteile für Honorar und Zahntechnik leisten muss oder die Mehrkosten für eine vereinbarte Zahnersatzversorgung außerhalb der Regelversorgung zu zahlen hat.

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