Sommer, SGB V § 48 Dauer de... / 2.1.1 Dieselbe Krankheit
 

Rz. 5

Um dieselbe Krankheit handelt es sich, wenn die Erkrankung auf dieselbe Ursache zurückgeht, die bereits zuvor Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Es muss sich dabei um ein einheitliches Krankheitsgeschehen handeln; ein solcher Sachverhalt ist anzunehmen, solange die Krankheit nicht ausgeheilt ist und immer wieder zu Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit führt (vgl. BSG, Urteil v. 12.10.1988, 3/8 RK 28/87, USK 88135; BSG, Urteil v. 11.7.2000, B 1 KR 43/99 B; BSG, Urteil v. 7.12.2004, B 1 KR 10/03 R), es muss ein einheitliches Grundleiden vorliegen (vgl. BSG, Urteil v. 8.12.1992, 1 RK 9/92 USK 92153). Gleichartige Erkrankungsbilder reichen nicht aus. Dieselbe Krankheit liegt auch vor, wenn ein Versicherter etwas bei einem schweren, sich in einem Sekundenbruchteil realisierenden Unfallereignis zusammenhanglos Gesundheitsschäden in mehreren Körperregionen erleidet. Gleiches gilt bei Versicherten, bei denen wegen eines Nebeneinanders verschiedener gravierender akuter oder chronischer Leiden von Anfang an eine Multi- oder Polymorbidität besteht (vgl. BSG, Urteil v. 21.6.2011, B 1 KR 15/10 R). Tritt später nur noch ein Teil der ursprünglichen Krankheit wieder auf, so handelt es sich gleichwohl noch um dieselbe Krankheit, welche das Schicksal der ursprünglichen Erkrankung teilt, wenn die Ausgangserkrankung in einem Bündel nebeneinander vorhanden gewesener Krankheiten bestand (vgl. BSG, Urteil 8.11.2005, B 1 KR 27/04 R).

 

Rz. 6

Eine wiederholt mit Unterbrechungen auftretende Arbeitsunfähigkeit beruht dann auf derselben Krankheit, wenn ihr jeweils dieselbe, nicht behobene Krankheitsursache zugrunde liegt. Der regelwidrige Körper- oder Geisteszustand, der die Krankheitsursache bildet, braucht weder ständig Krankheitserscheinungen hervorzurufen noch fortdauernd Behandlungsbedürftigkeit zu bewirken. Ein medizinisch nicht ausgeheiltes Grundleiden, das auch während eines beschwerdefreien oder beschwerdearmen Intervalls latent weiter bestanden hat und sich später erneut durch Krankheitssymptome manifestiert, erfüllt den Tatbestand "derselben" Krankheit (vgl. auch BSG, Urteil v. 7.12.2004, B 1 KR 10/03 R, USK 2004-51).

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