Sommer, SGB V § 45 Krankeng... / 2.1.1 Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege
 

Rz. 11

Beaufsichtigung, Betreuung und Pflege des Kindes müssen nicht kumulativ erforderlich sein. Vielmehr reicht für den Anspruch aus, dass eine Voraussetzung erfüllt ist. Der Begriff des erkrankten Kindes lehnt sich an den Begriff der Krankheit des SV-Rechts an. S. hierzu auch Komm. zu §§ 27 u. 44. Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit ist durch die pflegebedingte Freistellung von der Arbeit zu ersetzen (vgl. BSG, Urteil v. USK 8691).

 

Rz. 12

Der Begriff der Betreuung des Kindes war bereits in der Vorgängervorschrift (§ 185c Abs. 1 RVO) zu finden. Die Betreuung deckt weitere Bereiche als die Pflege und die Beaufsichtigung des Kindes ab. Durch die Gewährung des Krankengeldes auch für die Betreuung des Kindes soll erreicht werden, dass Krankengeld nicht nur zu zahlen ist, wenn das erkrankte Kind zu Hause beaufsichtigt oder gepflegt werden muss, sondern auch dann, wenn es zum Beispiel von der Mutter z. B. zur ärztlichen Behandlung, ambulanten Operation oder vor- und nachstationäre Behandlung gebracht und begleitet werden muss (vgl. BT-Drs. 7/1039 S. 3). Über die Erforderlichkeit entscheidet der behandelnde Arzt.

 

Rz. 13

Pflege i. S. d. Abs. 1 Satz 1 ist nicht nur Krankenpflege. Soweit der Anwendungsbereich dieser Vorschrift reicht, entspricht der Begriff im Wesentlichen dem in § 1631 Abs. 1 BGB. Er erfasst daher die Sorge oder Fürsorge für das körperliche Wohl des Kindes und sein seelisches Wohlbefinden, insbesondere soweit die einzelnen Maßnahmen bei und wegen der Erkrankung erforderlich werden. Es kann sich dabei um Maßnahmen handeln, die der sog. Grundpflege zuzuordnen sind, also um Verrichtungen, die der Hilfe bei der Befriedigung von körperlichen, seelischen oder geistigen Grundbedürfnissen dienen. Krankengeld ist nach Ansicht des SG Berlins auch zu gewähren, wenn es medizinisch erforderlich ist, dass der Versicherte zur Beaufsichtigung, Betreuung und Pflege seines erkrankten Kindes im Krankenhaus der Arbeit fernbleibt (vgl. SG Berlin v. 31.3.1989, S 73 KR 526/88).

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