Shared Responsibility Appro... / 2 Vorbeugende Maßnahmen gegen Mobbing

Was bei all diesen Argumenten unberücksichtigt bleibt, ist die Tatsache, dass Mobbing ein Phänomen ist, das "… quer durch alle Berufsgruppen, Branchen und Betriebsgrößen…"[1] auftritt. Es gibt also keine "Mobbingfreie Zone".

Hinzukommt, dass die Ursachen für das Auftreten von Mobbing nicht allein in den handelnden Personen liegen, also nicht in bestimmten Täter- oder Opferprofilen, sondern auch systemische und organisatorische Aspekte eine Rolle spielen. So können bestimmte Arbeitsprozesse und Organisationsstrukturen oder Veränderungen derselben ein Klima im Unternehmen schaffen, das Mobbing fördert.

Das macht deutlich, dass ein Vorgesetzter nicht allein für das Auftreten von Mobbing verantwortlich gemacht werden kann oder ihm gar ein Versagen bei seinen Aufgaben als Führungskraft unterstellt werden darf. Er wird erst dann seiner Rolle nicht gerecht, wenn er nichts gegen die Mobbingsituation unternimmt.

Wenn wir der Tatsache ins Auge sehen, dass sich Mobbing im Unternehmen nicht grundsätzlich verhindern lässt, sondern nur Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die Mobbing weniger wahrscheinlich machen, sollten vorbeugende Maßnahmen nicht weiter als Imageverlust gesehen werden. So hat das Aufstellen von Pulverlöschern bei keinem Mitarbeiter die Angst vor Bränden im Betrieb geschürt oder Maßnahmen zur Arbeitssicherheit ein Unternehmen als einen besonders unsicheren Arbeitsplatz gebrandmarkt.

Neben dem Aufbau von Wissen zu präventiven Maßnahmen sind im Unternehmen Interventionsmethoden notwendig, die in akuten Mobbing-Situationen angewendet werden können – um im Bild zu bleiben – die eingesetzt werden können, wenn es brennt. Eine dieser Methoden ist der Shared Responsibility Approach.

[1] Mobbing Report (Kurzfassung) Bärbel Meschkutat et.al., Sozialforschungsstelle Dortmund

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