nicht rechtskräftig

 

Tenor

I. Der Bescheid vom 13.01.2003 und der Widerspruchsbescheid vom 02.06.2003 werden aufgehoben.

II. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin die für die Betreuung ihrer Tochter J in der Kindertagesstätte K in den Zeiträumen 21.10.2002 bis 17.04.2003, 01.08.2003 bis 28.01.2004 und 15.03.2004 bis 28.05.2004 entstandenen Kosten zu erstatten.

III. Die Beklagte trägt die außergerichtlichen Kosten der Klägerin.

 

Tatbestand

Tatbestand:

Die Beteiligten streiten um die Übernahme von Kinderbetreuungskosten für die Zeiten von der Beklagten gewährter Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die am 1977 geborene Klägerin ist Mutter ihrer am ...2000 geborenen Tochter J R, die ab 01.02.2001 die Kindertagesstätte "K " in D ... besuchte. Ab diesem Tag bis zum 31.07.2002 war die Klägerin im Rahmen eines befristeten Arbeitsvertrages berufstä-tig. Von 01.08.2002 bis 20.10.2002 war die Klägerin arbeitslos. Am 22.03.2002 beantragte die Klägerin bei der Beklagten die Gewährung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Mit Bescheid vom 19.10.2002 bewilligte die Beklagte der Klägerin ab 21.10.2002 als Leis-tung zur Teilhabe am Arbeitsleben eine Ausbildung. Mit Schreiben ohne Datum beantragte die Klägerin bei der Beklagten die Übernahme der Betreuungskosten für ihre Tochter in der Krippe. Die Klägerin nahm zunächst von 21.10.2002 bis 30.01.2003 an einem Einführungslehrgang teil. Die am 31.01.2003 begonnene Umschulungsmaßnahme brach die Klägerin am 17.04.2003 aus gesundheitlichen Gründen ab. Vom 01.08.2003 bis 28.01.2004 nahm die Klä-gerin an einer weiteren Umschulung und vom 15.03.2004 bis 28.04.2004 an einer von der Beklagten finanzierten Maßnahme zur Reintegration teil. Seit dem 29.04.2004 besucht die Klägerin eine Umschulungsmaßnahme der Beklagten in W. Mit Bescheid vom 13.01.2003, bei der Klägerin eingegangen am 05.02.2003, lehnte die Be-klagte den Antrag der Klägerin auf Haushaltshilfe ab, da kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Ausbildung und der Unterbringung des Kindes in der Kindertageseinrichtung bestehe. Hiergegen erhob die Klägerin am 28.02.2003 Widerspruch. Mit Widerspruchsbescheid vom 02.06.2003 wies die Beklagte den Widerspruch zurück. Die Tochter der Klägerin besuche die Kindertagesstätte bereits seit 01.02.2001. Durch die Teil-nahme an der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben sei keine Änderung in der bisherigen Form der Betreuung verursacht worden. Ein Anspruch auf Übernahme der Betreuungskosten bestehe daher nicht. Die Klägerin hat am 18.06.2003 Klage vor dem Sozialgericht Dresden erhoben. Sie trägt im Wesentlichen vor, anderen Teilnehmern sei die Haushaltshilfe bewilligt worden, obwohl de-ren Kinder ebenfalls vor Beginn der Maßnahme die Kindertagesstätte besucht hätten. Die Klägerin sei im Februar 2001 wieder in das Arbeitsleben eingestiegen, daher habe ihre Toch-ter die Kindertagesstätte besuchen müssen. Ab 29.01.2002 sei sie krank gewesen und habe ihre Tochter nicht ganztags betreuen können. Von August bis Oktober 2002 sei sie arbeitslos gemeldet gewesen. Sie habe allerdings bereits gewusst, dass sie ab 21.10.2002 an der berufli-chen Reha-Maßnahme teilnehmen würde. Wenn sie in diesem Zeitraum ihre Tochter in der Kindertagesstätte abgemeldet hätte, hätte sie nicht so schnell wieder einen Platz bekommen können. Die Klägerin beantragt, den Bescheid vom 13.01.2003 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 02.06.2003 aufzuheben und für die Zeiten vom 21.10.2002 bis 17.04.2003, vom 01.08.2003 bis 28.01.2004 und vom 14.03.2004 bis 28.05.2004 Haus-haltshilfe für die Betreuung ihrer Tochter J in der Kindertagesstätte "K " zu gewähren. Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen. Sie trägt im Wesentlichen vor, nicht die Aufnahme der Umschulung sei der Grund für die Notwendigkeit der Haushaltshilfe gewesen. Haushaltshilfe könne aber nur in Betracht kom-men, wenn der Klägerin die Weiterführung des Haushaltes wegen der Teilnahme an einer am-bulanten beruflichen Rehabilitation nicht möglich sei. Auch die Tatsache, dass die Klägerin vor Beginn der Umschulung arbeitsunfähig gewesen sei könne keinen Anspruch auf Haus-haltshilfe auslösen. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Ge-richtsakte und der beigezogenen Behördenakte, die Gegenstand der mündlichen Verhandlung waren, und der Niederschrift zur mündlichen Verhandlung Bezug genommen.

 

Entscheidungsgründe

Die zulässige Klage ist begründet. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Übernahme der Betreuungskosten für ihre Tochter wäh-rend der Zeiten der von ihr besuchten Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die ange-fochtenen Bescheide der Beklagten sind rechtwidrig und verletzen die Klägerin in ihren Rech-ten, § 54 SGG. Die Klägerin hat einen Anspruch auf Übernahme der Kosten für die Betreuung ihrer Tochter J in der Kindertagesstätte "K " vom 21.10.2002 bis 17.04.2003, 01.08.2003 bis 28.01.2004 und vom 15.03.2004 bis 28.05.2004. Dies ergibt sich aus §§ 9, 16, 28 SGB VI, 6 Absatz 1 Nr. 4, 44 Absatz 1 Nr. 6

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