Schritte der Personalsuche

Kurzbeschreibung

Checkliste zum lückenlosen und strukturierten Vorgehen im Rekrutierungsprozess

Vorbemerkung

Grundsätzlich ist es Sache des Arbeitgebers, welcher Mittel und Wege er sich bei einer beabsichtigten Einstellung von Mitarbeitern bedient (interne (Nachwuchs-)Entwicklung, Print/Online-Anzeigen, Jobbörsen, Personalberatung, Agentur für Arbeit etc). In jedem Falle empfehlen wir eine vorherige interne Ausschreibung von freiwerdenden oder neu geschaffenen Stellen. Diese bieten vorhandenen Mitarbeitern – die sich beruflich verändern möchten (und sich sonst extern orientieren würden) – Entwicklungsmöglichkeiten. Ferner können durch Recruit a fried-Programme (z. B. Mitarbeiter kennt eine(n) guten Controller(in), der sich beruflich verändern möchte und gibt die interne Ausschreibung weiter) u. U. weitere, finanziell kostspielige Rekrutierungsmaßnahmen überflüssig werden.

Wichtig: Ein Arbeitsplatz darf weder öffentlich noch innerbetrieblich unter Verstoß gegen die Benachteiligungsverbote des AGG ausgeschrieben werden, vgl. §§ 1, 7, 11 AGG[1].

Das bedeutet eine Ausschreibung darf weder an:

  • die Rasse,
  • die ethnische Herkunft,
  • das Geschlecht,
  • die Religion,
  • die Weltanschauung,
  • eine Behinderung,
  • das Alter noch
  • die sexuelle Identität

der (potenziellen) BewerberInnen anknüpfen.

Achtung: Besteht in einem Betrieb ein Betriebsrat, kann dieser nach § 93 BetrVG verlangen, dass neu oder wieder zu besetzende Arbeitsplätze allgemein – oder für bestimmte Arten von Tätigkeiten – vor ihrer Besetzung innerhalb des Betriebes ausgeschrieben werden. Sie als Arbeitgeber sind dann zur internen Ausschreibung verpflichtet. Hier bietet sich die zusätzliche Vereinbarung einer Betriebsvereinbarung zur internen Stellenausschreibung an.

Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie im Rekrutierungsprozess lückenlos und strukturiert vorgehen!

[1] Das betrifft alle ArbeitgeberInnen i.S.v. § 6 Abs. 2 AGG, die Personen i.S.v. § 6 Abs. 1 AGG beschäftigen. Darunter fallen auch ArbeitgeberInnen, die z. B. nur einen Minijob zu vergeben haben und etwa eine Haushaltskraft oder eine Pflegeperson für einen pflegebedürftigen Angehörigen suchen.

Schritte der Personalsuche

Prozessschritte Anmerkung

Personalbedarfsmeldung aus jährlicher Personalplanung

Zusätzlicher Personalbedarf

  • Ersatzbedarf
  • Neubedarf
  • Aushilfen (Werkstudenten/Minijobber)
  • Praktika
 
Information des Betriebsrates  
Stellenbesetzung freigegeben  
interne Stellenausschreibung[1]  

Stellenbesetzung extern

  • Zusammenarbeit mit Personalberatung- oder -vermittlung
  • Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit
 

Erstellen des Anforderungsprofils aus

  • Unternehmenszielen
  • Positionszielen
  • Kernaufgaben
  • Stellenbeschreibungen
 

Stellenausschreibung/Anzeigenentwurf[2]

In absteigender Reihenfolge

  • Kurzer Drei- oder Vierzeiler über das Unternehmen
  • Anforderungen an die zu besetzende Stelle (Aufgabengebiet, Tätigkeitsumfeld)
  • Erforderliche Qualifikationen (Ausbildung, Abschluss, Erfahrungen, Sprachkenntnisse etc.)
  • Was bietet das Unternehmen (Fortbildungs- bzw. Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, Individualität, Mentoring etc.)
  • Unternehmensinterne Abwicklung
  • Zusammenarbeit mit einer Agentur
  • Abstimmung des Entwurfs mit den Fachabteilungen
  • Ausschreibung auf Stellenportalen, Karrierewebsite, Zeitungsannoncen (Abhängig von gesuchter Zielgruppe)
 

Bewerberadministration

  • Bewerbererfassung/Datenbank
  • Eingangsbescheide
  • Prüfung durch die Personalabteilung
  • Prüfung durch die Fachabteilung
  • Zwischenbescheide
  • Einladungsschreiben
  • Bewerbungen auf Wiedervorlage
  • Absagen[3]
 

Bewerberauswahl mittels

  • Telefoninterview
  • Vorstellungsgespräch
  • Testverfahren
  • Auswahl-Assessment-Center
 
Einstellungsentscheidung  
Einarbeitungsplan erstellen  
[1] Die Ausschreibung hat diskriminierungsfrei zu erfolgen.
[2] Die Ausschreibung hat diskriminierungsfrei zu erfolgen.
[3] Beachten Sie bitte die Anforderungen des Allgemeinen Geleichbehandlungsgesetzes (AGG).

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